Prolog

Geboren wurde ich damals in Konoha, doch meine Eltern zogen mit mir in ein kleines Fischerdorf an der Küste des Feuerreiches, wo ich behütet aufwuchs. Übrigens mein Name ist LaLafea. LaLafea Satori und ich bin 22 Jahre alt. Seit ich denken kann, hat mir meine Tante, die immer noch in Konoha lebt, Bücher geschickt. Dies war der Grund, warum ich genau hier in diesem Fischerdorf vor einem Jahr einen Buchladen eröffnet hatte. Bücher waren mein Leben. Oft verlor ich mich in den Abenteuern und stellte mir vor, wie es wäre, wenn ich der Abenteurer wäre, wenn ich solche Gefahren auf mich nehmen müsste, oder wie mein Traumprinz mich rettet und ich auf einem Ball tanzte.

Kurz nach meinem 23. Geburtstag erreichte mich ein Brief meiner Tante. Sie hatte sich den Fuß kompliziert gebrochen und sucht eine Aushilfe in ihrem Buchladen in Konohagakure. Meine Eltern ließen mich schweren Herzens ziehen, da sie wussten, wie sehr ich die Welt sehen wollte. So machte ich mich auf meine Reise nach Konoha.

Kapitel 1: Aufbruch ins Ungewisse

Es war ein herrlicher Frühlingsmorgen, die Sonne schien über die Baumwipfel und die Vögel zwitscherten ihre Liebeslieder. Die Fischer waren von ihrer Fangtour zurück und am Hafen wurden die Fische lautstark angepriesen. Frauen mit Einkaufstüten schlenderten zwischen den Ständen umher und kauften hier oder dort noch etwas ein. Zwischen all dem Getümmel trieben sich kleine Kinder herum, die Fangen spielten. Von einem Schaufenster aus beobachtete eine junge Frau das Treiben. Lächelnd schritt sie zur Tür und drehte das „Geschlossen“-Schild auf „Geöffnet“ um. In dem Laden, gab es alles, was das Herz begehrte. Das Herz eines Lesers, wohl gemerkt. Denn es handelte sich um einen kleinen, gemütlichen Bücherladen, welcher ihr gehörte. Schmunzelnd setzte sie sich in den Sessel, der bei dem großen Fenster stand und begann in einem sehr alt aussehendem Buch zu lesen. * Bim, Bim * läutete eine altmodische Glocke über der Tür, als diese geöffnet wurde. „Morgen Lafea.“, begrüßte ein schwarzhaariger Mann die junge Dame. „Guten Morgen Zen.“, grüßte sie zurück, während sie aufstand. „Am liebsten würde ich ja jetzt mit dir flirten, aber heute treibt mich die Arbeit her.“, lachte er und überreichte ihr ein Paket und einige Briefe. „Charmant wie eh und je.“, säuselte Lafea und nahm ihm die Post ab. Dabei sah er sie mit diesem warmen Blick an. Leicht beugte sich die Bücherverkäuferin zu ihm hinüber und hauchte dem Postboten einen leichten Kuss auf die Wange. „Danke.“, flüsterte sie leise. Dieser hielt sich die geküsste Wange und stammelte unverständliche Worte, während er mit hochrotem Kopf den Laden verließ. Lafea kicherte nur, als sie ihm nachsah, dann wandte sie sich der Post zu. Als erstes öffnete sie die Briefe, denn in dem Paket waren eh nur die neusten Bücher, welche dann ins Regal verräumt werden mussten und das konnte auch noch ein paar Minuten warten. Der erste Brief war von einem Autor, der anfragen lies, ob sie nicht sein neustes Buch ebenfalls bei sich im Buchladen verkaufen wolle. Sogar einen Auszug aus dem Buch hatte er mitgeschickt. Konzentriert las sich Lafea die Seiten durch und legte den Brief erst einmal auf die Seite. Auch in den nächsten Briefen war nichts nennenswertes dabei. Ein paar Rechnungen, eine Grußkarte von einer Freundin und noch Anfragen weiterer Autoren. Schließlich kam Lafea zum letzten Brief. >>Der kommt aus Konoha.<< schoss es ihr durch den Kopf, als sie das Symbol auf dem Brief erblickte. Ungestüm riss sie den Umschlag auf und faltete das Blatt Papier mit zitternden Fingern auseinander:

//Meine geliebte Nichte, der Anlass, weshalb ich dir schreibe, ist nicht gerade der Erfreulichste. Vor nicht all zu langer Zeit, um genau zu sein zwei Wochen, wurde Konoha angegriffen und dabei wurde ich verletzt. Keine Sorge, soweit geht es mir gut. Allerdings muss ich mich noch schonen und würde dich deshalb gerne bitten, für ein paar Wochen zu mir nach Konoha zu kommen, um mich in meinem Bücherladen zu vertreten. Es würde mich sehr freuen, wenn du dieser Einladung folgen würdest. Deine dich vermissende Tante Nola.//

Den ganzen Tag über dachte Lafea über das Angebot ihrer Tante nach. Es stimmte schon, sie wollte die Welt sehen, Abenteuer erleben, aber konnte sie so einfach von hier fortgehen? Wer würde sich um den Buchladen kümmern? So kam es, dass Lafea am Abend, als sie gerade mit ihren Eltern bei Tisch saß, das Thema anschnitt: „Mom? Dad? Tante Nola hat mich gebeten, für ein paar Wochen nach Konohagakure zu kommen um sie in ihrem Buchladen zu vertreten. Sie hat sich verletzt und muss sich noch schonen.“, erzählte das Mädchen und wog dann mit ihren Eltern das Für und Wieder ab. Letztendlich hatte Lafea sich aber schon entschlossen gehabt zu gehen, welches ihre Eltern nur schweren Herzens gut hießen. „Pass auf dich auf, Kleines.“, mahnte der Vater sie und ihre Mutter schluchzte nur und verlangte, dass sie ihr wenigstens schrieb, wenn sie angekommen war und wenn sie wieder abreisen würde. So fing Lafea noch am selben Abend an, ihre Sachen für die Reise zu packen, da sie gleich am nächsten Morgen aufbrechen wollte.

Ein letztes Mal drehte sie sich noch um, sah das Fischerdorf in der aufgehenden Sonne und dann wandte sich Lafea den dunklen Schatten unter dem Wald zu, der vor ihr lag. „Hab ich nicht immer davon geträumt, Abenteuer zu erleben?“, fragte sie sich laut um sich selbst Mut zu machen und schritt eiligst in Richtung Konoha davon.

Der erste Tag der Reise verlief ohne Zwischenfall. Lafea lief durch den Wald und über Felder und Wiesen. Die Sonne lachte und Blumen säumten den Wegesrand. Einmal sah sie auch einen Hasen über das Feld hoppeln und erfreute sich an der Natur. Gegen Mittag machte sie unter einem alten Baum halt, um dort einen Happen zu sich zu nehmen. Während um sie herum ein leises Summen der Insekten tönte, genoss die junge Frau diese Wanderung. Abends fand sie in einer Höhle Unterschlupf und gönnte sich eine Mütze voll Schlaf.

Auch der zweite Tag verlief ruhig, sie traf auf einen alten Mann mit Pferdewagen, der sie freundlicher Weiße ein gutes Stück weit mitnahm. Sie unterhielt sich angeregt mit ihm, so dass die Zeit wie im Fluge verging. Diese Nacht schlug Lafea ihr Lager im Wald auf.

Am dritten Morgen wurde sie unfreundlich geweckt. „Hey!“, rief einer und stupste sie mit dem Fuß an. Verschlafen öffnete das Mädchen die Augen und blickte auf einen seltsam aussehenden Typen mit weißen Haaren und einer Maske vor dem Mund. „Was?“, gähnte sie und streckte sich erst einmal. „Es ist gefährlich hier allein herum zu lungern.“, gab er als Antwort. „Ich lungere auch nicht herum, ich reise, besser gesagt momentan raste ich.“, gab Lafea etwas kaltschnäuzig zurück. „Dann solltest du wohl auf deiner Reise besser Acht geben.“, sagte der Weißhaarige und klang irgendwie amüsiert. Genau in diesem Moment fiel Lafea auf, das ihr Rucksack fehlte. >>Na super!<<, schimpfte sie sich in Gedanken und sah etwas finster drein. „Danke für den gut gemeinten Rat.“, grummelte sie nur, stand auf, packte ihre letzten Habseligkeiten zusammen und wollte gerade weiter gehen, als der Mann sie nochmals ansprach. „Wo geht die Reise denn hin?“, fragte er. „Nach Konoha.“, antwortete ich ihm knapp und wollte gerade weiter gehen. „Soll ich dich begleiten?“, hackte der Mann nach und seine Stimme klang hoffnungsvoll. Kurz musterte Lafea ihn, um die Situation abzuschätzen. Er trug einen kleinen Beutel an der Hüfte, hatte eine dunkelblaue Hose und ein dunkelblaues Oberteil an, dazu trug er eine grüne Weste. Als sie sein Gesicht betrachtete, fiel ihr das Konoha Stirnband auf und sie lachte erleichtert auf: „Gerne.“ So kam es, dass die beiden sich dann gemeinsam auf den Weg machten. Immer wieder schweifte Lafeas Blick zu dem Mann an ihrer Seite, der inzwischen gemütlich neben ihr herging und in ein Buch vertieft war. >>Was er da wohl liest, der Einband kommt mir nicht bekannt vor.<<, grübelte sie und wäre fast hingefallen, als sie über eine Baumwurzel stolperte, doch bevor sie auf dem Boden aufschlug, wurde sie festgehalten. „Hey nicht so stürmisch.“, lachte ihr Begleiter und steckte das Buch weg. „Wenn du nichts dagegen hast, dann …“, weiter sprach der Mann nicht, denn er zog Lafea bereits auf seinen Rücken und lief dann los. Der Wald, in dem sie sich noch befanden, flog nur an ihr vorbei und dann sprang er auch schon hinauf in das Geäst und hüpfte leichtfüßig von einem Ast zum nächsten. Panisch hatte sich das Mädchen an ihn geklammert und er, er lachte nur. „Übrigens, mein Name ist Kakashi. Kakashi Hatake.“, stellte er sich vor. „Lafea Satori.“, hauchte die junge Frau auf seinem Rücken. Mit der Zeit gewöhnte sie sich an das rasante Tempo. „Wie machst du das?“, fragte Lafea verwirrt. „Was mach ich wie?“, fragte Kakashi ebenso verwirrt. „So schnell laufen und springen.“, hauchte das Mädchen benommen. Kakashi blieb plötzlich stehen. „Kannst du das denn nicht?“, fragte er leicht erschrocken. Stumm schüttelte die junge Frau den Kopf, dass ihre schwarzen Haare nur so flogen. „Und was ist mit Schattendoppelgängern?“, fragte er. „Mit WAS?“, fragte sie entsetzt. „Hast du denn irgend eine Ninja-Fähigkeit?“, fragte er. Wieder schüttelte sie stumm den Kopf. Fast wütend lies Kakashi Lafea auf der Lichtung stehen. „Was willst du dann in Konoha?!“, brüllte er sie an. „Ich wollte jemanden besuchen.“, hauchte Lafea leise und wandte sich dann von Kakashi ab, denn ihr waren Tränen in die Augen getreten. >>Genau aus diesem Grund sind meine Eltern mit mir weg gezogen, Weil ich keine Ninja bin.<< dachte sie verbittert. „Lafea.“, flüsterte er. „Danke, Kakashi. Aber ich denke, du hast schon genug für mich getan.“, sprach sie mit erstickter Stimme und rannte dann in die Richtung davon, die Kakashi davor eingeschlagen hatte. „Lafea, jetzt warte doch. So war das doch nicht gemeint!“, rief er während er ihr hinterher hechtete. „Lass mich in Ruhe! Ich will mit dir nichts mehr zu tun haben!“, schrie Lafea über ihre Schulter und rannte weiter. Kakashi immer einen Schritt hinter ihr. Wieder stolperte sie, diesmal über ihre eigenen Füße und eine starke Hand schloss sich um ihren Oberarm. Als das Mädchen wieder sicher auf ihren Beinen stand, klatschte ihre Hand auf Kakashis Wange und hinterlies einen roten Handabdruck. Verdutzt blieb der Mann stehen während die Frau weiter rannte. Kakashi wusste, dass es nichts brachte Lafea zurück holen zu wollen, es würde sie in diesem Moment nur noch mehr verärgern, auch wenn er nicht wusste warum. Darum folgte er ihr mit sicherem Abstand um ein Auge auf sie zu haben.

In der darauffolgenden Nacht, lag Lafea wach. Von irgendwoher drangen Kampfgeräusche an ihr Ohr. Manchmal waren diese Geräusche näher, dann entfernten sie sich wieder. Genervt verdrehte sie die Augen, als es Still um sie herum wurde. „Ich weiß das du da bist, Kakashi.“, flüsterte sie leise, drehte sich auf die Seite und schlief endlich ein. „Und ich werde die ganze Zeit über bei dir sein, bis wir in Konoha sind.“, flüsterte Kakashi leise und wachte über den Schlaf von Lafea.

Und dann, nach einer Woche Reise, stand Lafea endlich vor den Toren Konohas. Staunend blieb sie vor dem großen Tor stehen. Vom Tor her trat eine blonde Frau, mittleren Alters auf sie zu. Ihre Haare waren zu zwei Zöpfen gebunden und ihre Oberweite war mehr als üppig. Circa einen Schritt hinter der Frau lief Kakashi. „Du bist also Lafea Satori.“, stellte die Frau fest. „Und sie sind?“, fragte Lafea leicht genervt, denn sie mochte es nicht, wenn man ihr die Chance stahl, das sie sich selbst vorstellen konnte. „Ich bin die Hokage der 5. Generation und mein Name ist Tsunade.“, sprach die Frau und ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Erschrocken, das Lafea so pampig zum Dorfoberhaupt war, machte sie eine tiefe Verbeugung und stammelte eine Entschuldigung.

Kapitel 2: Das Sommerfest

Tsunade brachte Lafea höchstpersönlich zu ihrer Tante. „Du darfst Kakashi nicht böse sein. Es hat ihn nur etwas überrascht, als du sagtest, das du keine Ninja bist.“, sprach die Hokage sanft auf das Mädchen ein. „Das ist es ja nicht…“, sagte Lafea so leise, das Tsunade schon dachte, sie hätte es sich nur eingebildet. „Er will mich nicht in Konoha haben. `Was willst du dann in Konoha?´ hat er mich angebrüllt..“, flüsterte die junge Frau traurig. „Er hat es aber bestimmt nicht so gemeint.“, versuchte Tsunade die Andere etwas aufzuheitern. „Da sind wir ja schon.“, lachte die Hokage und deutete auf einen kleinen Laden. Erschrocken hielt sich Lafea die Hand vor den Mund. „Oh mein Gott!“, keuchte sie, als sie die kaputte Eingangstür und die vernagelten Fenster sah. „Wir sind noch nicht wirklich dazu gekommen, das alles wieder zu richten. Orochimarus Angriff hat halb Konoha zerstört und wir sind auch noch mitten in den Aufbauarbeiten.“, sprach das Dorfoberhaupt und führte mich durch die in den Angeln hängende Tür. „Nola!“, rief Tsunade und schon kam eine Frau auf Krücken durch eine Seitentür gehumpelt. „Ah, Tsunade. Was kann ich für dich tun.“, fragte die Buchverkäuferin und dann erblickte sie das Mädchen an der Seite der Hokage. „Lafea!“; rief sie und schon fielen sich beide in die Arme. „Ich denk, ich lass euch beide mal allein.“ und mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen verschwand Tsunade. „Mein Kind, wie geht es dir? Wie war die Reise?“, bestürmte Nola ihre Nichte sofort mit Fragen. „Mir geht’s soweit gut und die Reise war normal.“, erzählte Lafea ihrer Tante. Dann besah sie sich den Bücherladen. „Der Angriff von diesem Oro-Dings-Bums muss ja schrecklich gewesen sein.“, sagte sie tonlos und hob ein paar Bücher auf, die verstreut auf dem Boden lagen. „Das kannst du laut sagen, darum habe ich dich ja gebeten, hier her zu kommen. Dein Vater hat mir erzählt, dass du selbst einen Buchladen hast in dem du alles selbst gemacht hast.“, lachte die Tante. Lafea lachte mit. „Das stimmt. Dafür das ich absolut eine Null bin, kann ich wenigstens schreinern.“ „Aber Kind, du bist keine Null.“, sprach Lafeas Tante energisch. „Doch, sonst wären Mom und Dad doch nicht mit mir weggezogen. Ich bin die einzige abnormale Person hier.“, wimmerte das Mädchen leise. Tröstend legte die Ältere der Jüngeren die Hand auf die Schulter. „Du wirst hier Freunde finden, ganz bestimmt. Du bist eine wunderschöne junge Dame und dazu belesen, intelligent und witzig. Bald werden dir die ersten Typen hinterher pfeifen.“, lachte Lafeas Tante und zauberte dem Mädchen ein Lächeln auf das traurige Gesicht. „Vielleicht hast du Recht, Tantchen, aber jetzt lass mich mal deinen Buchladen auf Vordermann bringen.“

Gesagt, getan. Die junge Frau fing an, die Bücher erst einmal alle in Kartons zu sortieren. Alphabetisch und nach Kategorien sortiert, versteht sich. Danach wurden die alten Regale und Möbel rausgeworfen und die Türe entsorgt. Zwischenzeitlich wurde die kaputte Fensterscheibe ausgetauscht und ein großes Schild hing in den abgeklebten Fensterscheiben. „Wegen Renovierung geschlossen!“ Im inneren des Buchladens stapelten sich Holzbretter, aus denen Lafea geschickt schöne Regale anfertigte. Schon seit ein paar Tagen arbeitete das Mädchen nun an einer Ladentüre. Eigentlich war es schon die zweite, an der sie arbeitete, da die erste einen kleinen Patzer hatte. Die Verzierung auf der Innenseite der Tür war spiegelbildlich zu der Außenseite. Eigentlich wollte die Handwerkerin es so haben, als wäre die Verzierung durch die Tür hindurch geschoben und nicht spiegelbildlich, darum arbeitete sie nun an der neuen Tür. „Mädchen, mach doch mal eine Pause.“, sprach Nola zum wiederholten Male auf ihre Nichte ein. „Aber…“, setzte Lafea an. „Nichts ABER. Du gehst heute Abend auf unser Dorfsommerfest damit du auch mal ein bisschen hier raus kommst.“, befahl Tante Nola. „Du hast ja recht.“, gestand sich die junge Frau selber ein, was ihrer Tante ein gewinnendes Lächeln ins Gesicht zauberte. „Aber vorher mach ich die Tür noch fertig.“, lachte das Mädchen was das Lächeln ihrer Tante in eine säuerlich verzogene Maske wandeln lies. „Du arbeitest viel zu viel. Ich wollte dich als Aushilfe hier haben, nicht als Sklavin.“, motzte die Alte und verschwand dann im Nebenzimmer.

Der Abend dämmerte bereits, als Lafea das Werkzeug sinken lies. Erschöpft lies sie sich auf den staubigen Boden fallen. >>Ich könnte glatt hier einschlafen.<< dachte sie und dann fiel ihr wieder ein, das sie ihrer Tante versprochen hatte, auf das Sommerfest zu gehen. Schnell sprang Lafea auf, klopfte sich den Staub von der Hose und rannte die Stufen in die Wohnung über dem Bücherladen hinauf. Böse funkelte ihre Tante sie an. „Hast du mir nicht versprochen…“, fing sie an zu zetern, wurde aber von ihrer Nichte unterbrochen. „Ja und deswegen entschuldige mich bitte, ich muss mich schnell fertig machen.“, mit diesen Worten sauste das Mädchen ins Bad und wusch sich den Staub von der Haut und aus dem Haar. Mit ein paar geübten Griffen hatte sich Lafea die Haare hochgesteckt, dass sie ihr in einzelnen Strähnchen über die Schultern fielen. Dann schlüpfte sie in ein weißes T-Shirt, welches fast schulterfrei war und einen knielangen, schwarzen Faltenrock. Lange schwarze Kniestrümpfe und schwarze Stiefel rundeten das Gesamtbild ab. „Du siehst bezaubernd aus.“, lachte Lafeas Tante und schob sie auch schon zur Türe hinaus. Draußen wurden die ersten Lampions angezündet und Lafea lief den anderen Dorfbewohnern hinterher um zum Festplatz zu gelangen. Überall standen kleine Grüppchen zusammen, die ausgelassen miteinander redeten. Ein wenig hilflos wandte Lafea sich von einer Seite des Festplatzes zur Anderen. Hungrig machte sie sich auf den Weg zu einem der vielen Essensständen. Mit dem Essen in der Hand lies sich Lafea auf eine Bank fallen, dabei wurde sie von einem weißhaarigen Mann mit Mundmaske beobachtet. Ein paar Kids sprangen aufgeregt zu Lafea. „Erzählst du uns bitte eine Geschichte?“, bat ein kleines Mädchen. Erschöpft lächelte die junge Frau und bat die Kinder, sich zu setzen. „Vor ein paar Jahren wurde eine Ninja von ihrem Dorf getrennt. Sie machte sich auf den Weg um wieder zu ihren Eltern und Freunden zu gelangen. Unterwegs traf sie auf einen netten Ninja, der ihren Weg begleitete und sie vor allen Gefahren schützte.“, erzählte die junge Frau und gebannt hingen die Kinder an ihren Lippen. Aber nicht nur die Schar der Kids, nein auch ein uns all bekannter Jonin. Kakashi saß auf dem Dach, nicht unweit von der Bank entfernt und lauschte Lafeas Worten. >>Ihre Stimme ist so schön ,warm und sanft.<< dachte der Jonin und träumte vor sich hin. „An was denkst du denn?“ wurde Kakashi aus seinen Gedanken gerissen. „Jiraiya.“, begrüßte der Jonin den anderen. Ein ebenso weißhaariger Mann lies sich neben Kakashi auf dem Dach nieder. „Also, an was hast du gerade gedacht? Sonst trifft man dich bei solchen Veranstaltungen nur mit dem Icha-Icha an.“ hackte Jiraiya nach. „Psst.“, machte Kakashi nur um noch eine Weile der Stimme von Lafea zu lauschen. „Also geht es um das Mädchen da unten.“, stellte Jiraiya sachlich fest. Kakashi nickte verträumt. „Du glaubst es nicht, aber sie ist keine Ninja.“, flüsterte der Jonin leise. „Ich weiß.“, sprach Jiraiya genauso leise. Erstaunt schaute Kakashi den Anderen an. „Woher?“, fragte er tonlos. „Von Nola.“, war alles was Jiraiya sagte. „Hast du mit der alten Dame nicht ein Abkommen dass das Icha-Icha nur bei ihr verkauft wird?“, hackte Kakashi nach. Der Sanin nickte. „Und woher weiß Nola etwas über Lafea?“, Kakashi wollte jetzt alles wissen. „Lafea ist Nolas Nichte.“ antwortete Jiraiya schulterzuckend, als ob es nicht der Rede wert wäre. „Die alte Hexe kann nicht…. aber Lafea ist…. niemals!“, stotterte der Jonin und blickte wieder hinab zu Lafea. Inzwischen waren die Kids gegangen und sie saß alleine da unten auf der Bank. Gerade als sich Kakashi zu ihr hinunter schwingen wollte, stand Lafea auf und verließ das Sommerfest. Enttäuscht ging Kakashi nach Hause.

Es hat lang gedauert, doch schließlich, nach einer Menge Arbeit, Streitereien zwischen Nola und Lafea, feierte der Buchladen seine Neueröffnung. Das war der stolzeste Moment in Lafeas Lebens. Aber natürlich währte dieses Gefühl nicht lange, denn etwa 3 Sekunden, nachdem sie das Ladenschild auf „geöffnet“ gedreht hatte, zersplitterte vor ihr, ihre heiß geliebte, selbst gezimmerte Ladentüre. Es war wie in Zeitlupe, als es krachte, Holzsplitter durch die Luft flogen und nur ein geringer Teil der Türe noch in den Angeln hing. „Du… du … meine Türe…. kaputt….“ stammelte Lafea ganz verstört. „Ja hör mal, das neue Icha-Icha ist seit über einer Woche draußen. Und ihr habt es als einzigste in Konoha. Also könntest du schnell….“ plapperte der Türzerstörer los. „Das Buch, schnell.“ Lafeas Gesichtsfarbe wechselte von erschrocken blass auf Wut verzerrt rot. Tante Nola stand hinter der Kasse und lachte leise. Sie wusste, wie temperamentvoll ihre Nichte sein konnte. „Du hast meine Türe kaputt gemacht und erwartest, dass ich dir dein blödes Buch ohne eine Entschuldigung wegen der Tür gebe?! Was glaubst du eigentlich, wer du bist?!“ brüllte Lafea ihn fassungslos an. Rasend vor Wut krallte sie sich den Besen, der in der Ecke stand und schlug auf Kakashi ein, damit er den Laden verlässt. Noch nie hatte sie einen Menschen so tiefgründig gehasst, wie ihn, in diesem Moment.

Nola hatte, während sie mit Lafea die Bücher wieder in die Regale räumte, von Kakashi erzählt. „Er wird der erste im Buchladen sein, da verwette ich meinen Laden darauf, denn seine Buchreihe wird nur bei uns verkauft. Er ist ein starker Ninja, mutig und höflich, charmant und nur ein paar Jahre älter als du.“ hatte sie gesagt. Lafea hätte sich sofort in die Beschreibung verliebt, wenn sie den Jonin nicht schon kennengelernt hatte. Dennoch wollte sie ihm noch eine Chance geben. Doch Kakashi hat innerhalb von nicht mal einer Minute das Gegenteil bewiesen. Er war kein Traummann, sondern ein Albtraum.

Kapitel 3: Wer bekommt das Icha-Icha?

Gestern hatte Kakashi also die von Lafea gezimmerte Eingangstüre zerstört, woraufhin die junge Dame, sehr undamenhaft ihn mit einem Besen schlagend aus der Buchhandlung jagte. Zwar war Kakashi enttäuscht, das er sein Lieblingsbuch nicht bekommen hatte, trotzdem hatte er ein Lächeln auf den Lippen, als er den Buchladen verließ.

Am heutigen Morgen probierte Kakashi sein Glück noch einmal. Fröhlich vor sich hin summend schlenderte er in den Buchladen, dessen Türe bereits ausgetauscht war, (zur Erinnerung, Lafea hatte zwei Türen, die Eine hatte ihr nicht gefallen.) und lief durch die Regal Reihen. „Morgen.“, grüßte der Mann die junge Verkäuferin. „Bekomme ich heute das Icha-Icha?“, fragte er und lächelte Lafea unter seinem Mundtuch frech an. „Guten Morgen Kakashi.“, antwortete die Verkäuferin unfreundlich und verneinte seine Buchanfrage. Wütend verließ der Jonin das Geschäft wieder. >>Was bildet die sich eigentlich ein?!<< zeterte seine innere Stimme.

Inzwischen waren ein paar weitere Tage vergangen. Jeden Tag auf´s Neue, versuchte Kakashi an sein blödes Buch heran zu kommen. Sogar verkleidet hat er sich um Lafea auszutricksen. Doch jedes mal wieder, enttarnte sie ihn mit einem Lächeln und jedes mal wenn Kakashi wieder ohne sein Buch vor der Tür stand, lächelte er. >>Irgendwie mag ich die Kleine.<<, gestand sich der Ninja ein.

Im Buchladen selber, raufte sich Lafea zum x-ten Mal die Haare. „Er macht mich noch wahnsinnig, Tante Nola.“, stöhnte die junge Frau. „Dann verkauf ihm doch einfach das Buch, dann bist du ihn los.“, schmunzelte die Tante zurück. „Das ist es ja gerade. Ich will ihn nicht los werden, aber ich ertrag auch seine Nähe nicht.“, schluchzte das Mädchen. „Ach Kindchen, das wird schon wieder.“, tröstete Tante Nola ihre Nichte. Lafea schnäuzte sich erst einmal, dann schnappte sie sich eines der Bücher und lies sich in den Sessel vor dem Fenster fallen und begann zu lesen. Das sie dabei von Kakashi beobachtet wurde, bemerkte die junge Dame nicht.

Verträumt spielte Lafea mit einer Haarsträhne, während sie sich der Geschichte von Dornröschen widmete. Es war eine ihrer Lieblingsgeschichten. >>Wenn doch auch mein Prinz kommen würde, um mich mit einem Kuss aufzuwecken.<<, seufzte sie innerlich.

Da fiel die Tür des Buchladens ins Schloss und erschrocken fuhr Lafea von ihrer Lektüre auf. „Oh, guten Tag, wie kann ich helfen.“, wandte sie sich an den Kunden, der soeben herein gekommen war.

Kurz musterte der Mann die Frau vor sich. Das Gleiche tat Lafea mit ihrem Kunden. Der Mann hatte braune, etwa schulterlange Haare, genauso braune Augen und trug ein Kopftuch, welches an der Stirn verknotet war. In seinem Mundwinkel klemmte ein Zahnstocher. „Guten Tag.“, flüsterte er leise. „Ich suche ein Buch über Senbon. Das sind spezielle Wurfnadeln.“, suchend sah der Mann die Regal Reihen durch. „Einen Moment bitte.“, beschwichtigte Lafea ihren Kunden und schritt dann eilig auf ein Regal an der Wand zu. „Senbon. Senbon.“, murmelte sie dabei ständig, um nicht zu vergessen, was sie denn gerade suchte. Mit einem zufriedenen Lächeln zeigte sie auf ein Buch ganz oben auf dem Regal. „Da oben steht´s, aber ich komm momentan leider nicht ran.“, lächelte die Verkäuferin entschuldigend. „Zu zweit kommen wir aber ran.“, lachte der Mann und stellte sich dicht hinter Lafea.

Kakashi beobachtete die Szene durch das Fenster. Lafea lachte den Ninja an. Und für Kakashi war dieser Mann kein Fremder. „Genma.“, knurrte er und ballte die Hand zur Faust. Schon einmal hatte Genma einen Strich durch Kakashis Rechnung gemacht. Damals war es Anko gewesen, die das Herz des Jonins erwärmt hatte und dann mit Genma gegangen ist und jetzt machte sich der Ninja an Lafea heran. Wortwörtlich fiel dem Kopier-Ninja im nächsten Moment der Kinnladen hinunter. Genma stand schon dicht hinter Lafea, was Kakashi gar nicht behagte, als er sie dann auch noch von hinten an der Hüfte packte explodierte in dem lesewütigen Ninja etwas. >>Nimm deine dreckigen Finger von ihr.<<, brüllte er still.

Die warmen Hände von Genma hatten sich fest um Lafeas Hüfte gelegt, was diese dazu veranlasste, einmal über die Schulter zu sehen. Genma lächelte sie warm an und hob sie dann mit einer Leichtigkeit in die Höhe so, dass das Mädchen an das Buch heran kam. Sanft wurde sie dann wieder auf die Füße gestellt, als sie das Buch gefasst hatte. „Danke für die Hilfe.“, hauchte Lafea und ein leichter rosa Schimmer lag auf ihren Wangen. „Der Dank liegt ganz auf meiner Seite. Übrigens, mein Name ist Genma.“, stellte sich der Ninja vor. „Es freut mich dich kennen zu lernen, Genma. Ich bin Lafea.“ Der rosa Hauch wurde immer dunkler und Genma lachte leise. Als sie gemeinsam zur Kasse gingen, ruhte die Hand des Ninjas wieder auf der Hüfte der Verkäuferin. „Würdest du mir gestatten, dich zum Essen einzuladen, Lafea?“, fragte Genma und lächelte charmant. „Gerne.“, hauchte die junge Frau.

Mit einem siegesgewissen Lächeln trat Genma aus dem Buchladen heraus und lief direkt in Kakashi hinein. „Oh, entschuldige Kakashi, ich hab dich gar nicht gesehen.“, entschuldigte sich der Shinobi bei dem Anderem. „Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wo du mit deinen Gedanken warst, Genma. Aber ich warne dich. Lass deine Finger von Lafea.“, drohte Kakashi. „Die Kleine kann ausgehen, mit wem sie will. Das geht dich nämlich nichts an Hatake.“, giftete Genma zurück. Wut entbrannt zitterte Kakashi am ganzen Körper. „Wir werden ja noch sehen.“, sprach der Jonin unheilvoll, bevor er sich zum Trainingsgelände machte, wo sein Team schon ungeduldig wartete.

Lafea sah besorgt zur Ladentüre. Seit drei Tagen war Kakashi nicht mehr im Buchladen gewesen. >>Hoffentlich ist ihm nichts zugestoßen.<<, hoffte die junge Frau und blickte abermals zur Türe. „Sorge dich nicht, mein Kind. Kakashi ist auf Mission, der kommt schon wieder.“, beruhigte ihre Tante sie. >>Hoffentlich.<<, betete das Mädchen.

Am vierten Tag langweilte sich Lafea zu Tode. Es kam kein Kakashi Hatake um ihr den letzten Nerv zu rauben weil er sein dämliches Buch haben wollte. Auch sonst war wenig los in dem Laden. Gerade mal zwei Kunden hatte sie an diesem Tag. Der eine Kunde war, dreimal dürft ihr raten, Genma. Der zweite Kunde war Kiba. Sein Hund Akamaru wartete geduldig draußen vor der Tür. „Hi, ähm.. ich such… ein Buch.“, stotterte er. „Dann bist du hier genau richtig.“, lächelte Lafea ihn aufmunternd an. „Ja, ähm… also…“, stotterte er weiter und wurde immer röter im Gesicht. „In welche Richtung geht es denn?“, hakte die Verkäuferin nach. „Das… wie soll ich sagen…. es ist mir … peinlich.“ Kiba versuchte sich raus zu reden. „Also geht es um Sex.“, lachte die Verkäuferin amüsiert. Kiba nickte beschämt. „Erotik-Romane oder geht es mehr in Richtung Kamasutra?“, fragte Lafea weiter nach um ihren Kunden auch glücklich zu stellen. „Kamasutra.“, antwortete Kiba erleichtert, da Lafea sehr diskret damit umging. „Wir hätten da…“, und schon fing die Verkäuferin an aufzuzählen. Nach kurzem Hin und Her hatte Kiba sich für „Kamasutra für Anfänger“ entschieden, zahlte und verließ eilig den Laden. Das Buch war in einer diskreten Tüte verstaut, dennoch hatte der junge Shinobi das Gefühl, als würde die ganze Welt ihn beschuldigend ansehen. Erleichtert atmete er auf, als er endlich daheim in seinem Zimmer war und vorsichtig das Buch aufschlug.

Sechs Tage waren vergangen, ohne das Kakashi gekommen war. Am siebten Tage allerdings, stand er schon vor der Tür, bevor die Buchhandlung überhaupt geöffnet hatte. Überrascht blickte Lafea in das Gesicht des Mannes, zumindest in den Teil, der nicht durch das Stirnband oder das Tuch verdeckt wurde. >>Er sieht erschöpft aus.<<, stellte sie fest und bat ihn erst einmal in den Laden. „Möchtest du einen Kaffee?“, fragte sie liebenswürdig und brühte dem Jonin eine Tasse voll auf. Dankend nahm er den Kaffee entgegen. „Lieber wäre mir aber das Icha-Icha-Band.“, flüsterte er leise. Sein Blick fiel in das Regal, in dem die Icha-Icha-Bücher immer stehen. „Oh.“, machte er, als er das letzte Exemplar des neusten Buches sah. Lafea verkniff sich ein Lachen. Kakashis Wange glühte und sein Auge schimmerte lüstern. „Na gut, du hast lang genug drauf gewartet. Hol´s dir.“, sagte sie lachend. Dankend sah der Kopier-Ninja sie an.

Gerade als Kakashi die Hand nach dem Buch ausstreckte, griff eine andere Hand das Buch und zog es aus dem Regal. „Glück gehabt. Das ist das Letzte.“, lachte ein schwarzhaariger Mann, dessen Haare wild von seinem Kopf ab standen und der einen Verband über die Nase und Wangen gelegt hatte. „Kotetsu.“, rief Lafea freudig, denn ihn hatte sie inzwischen auch schon kennengelernt. Meist saß der Chunin am Eingangstor von Konoha aber er war auch Assistent von Tsunade. Als das Mädchen jedoch sah, was für ein Buch der Ninja in der Hand hielt, lachte sie sich schlapp. „Hahaha, noch so ein Perversling.“ Die beiden Männer sahen sie brüskiert an. „Als ob du noch nie einen Blick in das Buch geworfen hättest.“, tadelte Kotetsu sie. Frech streckte die junge Frau die Zunge raus. „Ich bin auch nur eine Frau.“, lachte sie und verkaufte dann das Icha-Icha-Band an Kotetsu.

Kakashi gefiel es absolut gar nicht, das Lafea so viel Männerkontakt hatte. Noch weniger gefiel es ihm, das sie soeben das letzte Icha-Icha an Kotetsu verkauft hatte. Dieser verabschiedete sich winkend von den Beiden und steckte schon die Nase zwischen die Buchseiten. Lafea sah schmunzelnd zu dem Größerem. „Jetzt schau nicht so.“ grinste sie, ging hinter den Verkaufstresen und zog ein weiteres Exemplar des Icha-Icha hervor. Eine kleine rote Schleife klebte oben in der Ecke. „Niemals hätte Tante Nola zugelassen, dass du kein Icha-Icha bekommst.“, mit den Worten reichte Lafea dem Shinobi das Buch. Kakashi sah sie nur ungläubig an. „Jetzt geh schon.“, mit den Worten scheuchte Lafea den Kopier-Ninja aus dem Laden und drehte das Schild wieder auf „Geschlossen“ um. Lächelnd lehnte sie mit dem Rücken an der Tür und genoss es, Kakashi so durcheinander gebracht zu haben.

Auf der Straße starrte Kakashi nur das Buch in seiner Hand an. Mit einem Plopp verschwand er in einer Rauchwolke um kurz darauf auf einer Wiese wieder aufzutauchen. >>Sie kann sogar richtig lieb sein.<<, bei dem Gedanken schlug das Herz des Shinobi gleich doppelt so schnell. Dann schlug er die erste Seite auf und ein Klos machte sich in seinem Halse breit:

//Lieber Kakashi,

ich danke dir dafür, dass du still und heimlich meinen Weg nach Konoha begleitet und mich beschützt hast. Sei mir bitte nicht böse, dass du so lange auf dein Buch warten musstest, aber das war die Strafe dafür, dass du dich nicht wegen der Tür entschuldigt hast. Viel Spaß beim Lesen, Lafea.//

stand da in geschwungenen, feinen Linien. Zwei mal musste Kakashi sich das Geschriebene nochmals durchlesen, um es richtig zu erfassen.

Kapitel 4: Eifersucht

Kakashi war ganz in sein Icha-Icha vertieft und hatte nicht bemerkt, wie spät es war, als ihn ein Gekicher aufschreckte. „Genma, nicht.“, kicherte die weibliche Stimme. „Wir sind unter uns.“, raunte Genma. Dann wurde es ruhig. Neugierig schlich sich Kakashi in die Richtung, aus der die Stimmen gekommen waren. Zwischen ein paar Ästen spähte der Kopier-Ninja auf eine Lichtung. Genma war über eine weibliche Person gebeugt und liebkoste ihren Hals. >>Lafea!<< war der erste Gedanke des Jonin, doch dann erkannte er seinen Irrtum. „Sakura.“, hauchte er geschockt. Das rosa haarige Mädchen lies sich liebkosen und stöhnte genüsslich auf. Kopfschüttelnd verschwand der Jonin um die beiden nicht zu stören. >>Ich denke, ich muss mal mit Sakura ein ernstes Wörtchen reden.<<, nahm sich Kakashi vor, dann lief er zum Buchladen. In der Wohnung über dem Laden brannte noch Licht. „Lafea!“, rief er leise. Nichts rührte sich. „Lafea!“, rief er etwas lauter und ein Fenster öffnete sich. „Was.“, giftete die junge Frau zurück. „Würdest du mit mir ein Stück spazieren gehen?“, fragte der Jonin hoffnungsvoll. „Vielleicht ein ander Mal.“, wimmelte Lafea den Shinobi ab. „Kann ich dann vielleicht reinkommen.“, versuchte es Kakashi noch Mals. „Nein!“, sprach sie und schloss das Fenster. Enttäuscht blickte der Kopier-Ninja zum Fenster hoch, als er eine Silhouette erblickte, die weder Lafea noch Nola gehörte. >>Sie wird doch nicht…!<< entrüstete sich Kakashi, während er dem Schattenspiel zusah. Die Person war kräftig gebaut und hatte verstrubbeltes Haar. „Kotetsu!“, zischte Kakashi und blickte hasserfüllt zu dem Fenster hoch. Mehrere Stunden harrte der Shinobi, in einem Baum vor dem Fenster, aus und beobachtete das Treiben im Haus. Eine kleine Person schmiegte sich an den Strubbelkopf. Beide Köpfe näherten sich einander. Angewidert blickte der Jonin in entgegengesetzte Richtung. So bekam er nicht mit, wie sich der Strubbelkopf verabschiedete, aus dem Haus trat und davon ging.

Am nächsten Morgen stand Kakashi grimmig drein blickend im Buchladen. „Ist was?“, fragte Lafea und sah ihn besorgt an. „Wer war gestern bei dir?“, brachte der Kopier-Ninja das Thema gleich zur Sprache. „Ein Bekannter.“, war die kühle Antwort der Buchverkäuferin. „Kenn ich ihn?“, hakte der Ninja nach. „Nein.“, mit diesen Worten drehte sich Lafea um und fing an Bücher in die Regale zu räumen. „Wie heißt er?“, wollte Kakashi nun wissen. „Kann es sein das du eifersüchtig bist?“, lachte Lafea. Wütend funkelte Kakashi sie an. Mit beiden Armen packte er sie an den Schultern und schüttelte sie. „Wie heißt der Mistkerl?!“, brüllte er sie immer wieder an. „Kakashi!“, wurde der Jonin aus seinem Wutanfall gerissen. Bleich im Gesicht drehte sich der Shinobi zu der Stimme um. „Ts… Ts… Tsunade.“, stotterte er und lies plötzlich von Lafea ab. Schnell trat die Hokage zu dem Mädchen, welches zitterte und nahm sie beschützend in den Arm. „Warum, Kakashi?“, fragte Tsunade, ihre Augen blickten enttäuscht zu dem Jonin. „Es tut mir leid, Hokage.“, flüsterte der Jonin, drehte sich um und wollte gerade den Buchladen verlassen, als eine Silhouette durch die offene Tür herein fiel. Die Silhouette hatte verstrubbeltes Haar und war kräftig gebaut. Kakashi verkrampfte sich sichtlich. „Kadir, schön das du kommen konntest.“, begrüßte Tsunade den Ankömmling. „Die Freude liegt ganz auf meiner Seite, Hokage-Sama.“, grüßte der Mann zurück. Kakashi musterte den Fremden eindringlich. Er hatte verstrubbeltes schwarzes Haar, welches schon von silbernen Strähnen durchzogen war. Sein Gesicht wirkte alt. Älter als das von Kakashi auf jeden Fall. „Na meine Kleine.“, zwinkerte Kadir der jungen Frau zu. „Hast du Mama schon einen Adler geschickt, Dad?“, fragte Lafea den Mann, der daraufhin nur nickte. Kakashi stand da und kam sich reichlich idiotisch vor. >>Er ist ihr Vater.<< schallte er sich in Gedanken. „Dad, darf ich dir Kakashi vorstellen?“, fragte Lafea und deutete auf den Jonin. „Er hat mich auf meiner Reise hier her begleitet und beschützt.“, sprach sie und lächelte. Da ergriff Kadir die Hand des Kopier-Ninja und lachte ihn warm an. „Ich danke ihnen, das sie so auf meine Tochter aufgepasst haben.“ „Das war doch selbstverständlich.“, sprach Kakashi und blickte verlegen zu Boden. „Wie wäre es, wenn wir alle zusammen erst einmal Frühstücken würden.“, durchbrach Tsunade die Stille, die sich nun ausbreitete. „Ich würde ja gerne, aber leider muss ich zu Ana zurück.“, verabschiedete sich der Mann und küsste Lafea auf die Stirn. „Grüß Mama von mir und sag ihr, sie soll nicht böse auf mich sein.“ rief Lafea ihrem Vater noch hinterher und sah ihm nach, bis er außer Sicht war. „Hast du dir das wirklich gut überlegt?“, fragte Tsunade, als Lafea sich wieder zu der Hokage umdrehte. Diese nickte strahlend. Kakashi blickte verwirrt von Einer zur Anderen. „Um was geht es eigentlich?“, fragte er irritiert. Doch die beiden Frauen grinsten ihn nur an und schwiegen eisern. Schmollend wandte sich Kakashi ab und stampfte aus dem Laden. „Ich freu mich, dass du dich dazu entschieden hast, hier zu bleiben.“, lachte Tsunade und umarmte die Jüngere. „Das freut mich auch.“, durchbrach eine andere Frauenstimme die Stille. „Tante Nola.“, rief Lafea erfreut, da ihre Tante in den letzten Tagen nicht da war. „Hat Kakashi sich anständig benommen?“, hakte die Dame nach. „Wie man es nimmt.“, konterte Tsunade kalt. „Das heißt?“, wollte Nola nun wissen. „Heute hat er sich wie der letzte Idiot aufgeführt.“, zischte Lafea und dachte daran, wie er sie geschüttelt und angeschrien hat. Auf der Tante Stirn bildete sich eine steile Falte. „Der soll es nur wagen, dir auch nur ein Haar zu krümmen, dann kann er was erleben.“, grummelte die Alte wütend. „Jetzt gehen wir alle aber erst einmal Frühstücken.“, verkündete Tsunade und drehte das Türschild auf „Geschlossen“. Gemeinsam gingen die drei Frauen dann Frühstücken.

Kapitel 5: Jiraiya

Tante Nola war für 2 Wochen zu Lafeas Eltern gereist. Unter anderem auch, um einige Sachen des Mädchens zu holen, der wichtigere Grund war der, das Nola ihre Schwester, Lafeas Mutter, davon überzeugen wollte, das es für Lafea einfach das Beste wäre, unter andere Leute zu kommen. Schließlich sah es Lafeas Mam auch ein.

In der Abwesenheit von ihrer Tante, übernahm Lafea komplett das Geschäft. Somit auch das Treffen mit dem Autoren des Icha-Icha-Paradieses. „Er wird spät kommen und trägt ein Stirnband, auf dem das Wort ÖL eingraviert ist.“, hatte Tante Nola gesagt. „Außerdem würde ich dir raten, hochgeschlossene Kleidung zu tragen.“, gab sie noch mit auf den Weg. Dann war Lafea die Chefin des Ladens.

Der heutige Tag war düster und seit in der Früh mehr als verregnet. Das Licht der Lampen war schummrig und Lafea hatte sich eine Decke in den Laden geholt und saß in dem Sessel vor dem Fenster.

//Ein lautes Pochen schreckte die junge Frau aus ihren Gedanken. Sie blickte zum Fenster und eine Silhouette wurde vom Blitz auf das Glas geworfen. Als der Donner grollte, zerbarst das Fenster und Regen peitschte in das Zimmer. Das Feuer im Kamin flackerte, bevor es erlosch. Heißer Atem legte sich auf den entblößten Nacken des Mädchens. „Jetzt wirst du büßen!“, zischte die raue Stimme eines Mannes hinter der Frau. Der nächste Blitz erhellte die Szenerie nur für einen Sekundenbruchteil, doch das Mädchen erkannte das Messer, welches vor ihr in der Luft schwebte. Ein gellender Schrei entrann ihrer Kehle.// las die Verkäuferin und erschauderte. Draußen zuckte ein Blitz über den Himmel und das Donnergrollen hallte laut wieder. >>Ich sollte wirklich keine Horrorbücher lesen, wenn es so gewittert.<<, dachte sich Lafea und räumte das Buch wieder ins Regal. Als sie sich dann zum Fenstersims wandte, wo die neusten Bücher ausgestellt waren, zuckte ein weiterer Blitz über den Himmel und das Mädchen erkannte eine große Gestalt vor dem Fenster. Der Blitz hatte eine zottelige Frisur und eine lüsterne Fratze erhellt. Die Person kam immer näher an das Schaufenster heran und legte die Hände an die Scheibe. Dann klopfte er.

* Tock…Tock…Tock Tock…Tock * vibrierte die Fensterscheibe unter dem Tippen des Mannes. >>Das ist das Klopfzeichen von dem seltsamen Autor.<<, schoss es Lafea durch den Kopf. Langsam wandte sie sich zur Türe um dem Fremden zu öffnen. Sofort drängte sich der Mann auch in den trockenen Bücherladen. „Wo ist Nola?“, war die erste Frage des Mannes, während er Lafea von oben bis unten musterte. „Sie ist momentan privat unterwegs, weswegen ich den Laden solange führe.“, erklärte Lafea. Nickend ging der Mann vor, zu der Treppe, die in die Privaträume führten. „Dann lass uns das Geschäftliche gleich erledigen.“, sprach er, während er schon halb die Treppe hoch war. Wortlos folgte Lafea ihm. >>Das nächste mal will ich einen schriftlichen Ablauf wie das Treffen abläuft.<< machte sich das Mädchen eine Notiz im Kopf. „Auch einen Tee?“, fragte der Mann, als er den Kopf aus der Küche steckte. „Gern.“, hauchte Lafea verwirrt. Ein paar Minuten später saß der Mann auch schon vor ihr im Sessel und hatte Lafea eine Tasse Tee hingestellt. „Wie stehst du zu Nola?“, fragte der Mann neugierig. „Ich bin ihre Nichte, wäre es aber nicht höflich, sich erst einmal selbst vorzustellen?“, fragte die junge Frau herausfordernd. „Mein Name ist Jiraiya, schön dich kennenzulernen Lafea.“, lachte der zottelige Mann das Mädchen an, welches mit offenem Mund dasaß. „Du brauchst mich nicht so anstarren. Deine Tante hat mir von dir erzählt.“ lachte der Mann weiter. Daraufhin schloss Lafea ihren Mund wieder. Kurz herrschte Schweigen. „Wieso triffst du, ich darf doch du sagen, dich mit meiner Tante immer so spät?“, platzte Lafea heraus. „Erst mal, ja du darfst DU sagen, solange das gleiche auch für mich gilt.“, grinste Jiraiya und Lafea nickte nur. „Auf deine andere Frage, es ist übrigens eine äußerst gute Frage, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich hab ich irgendwann mal Abends deine Tante kennengelernt und seitdem treffen wir uns immer Abends. Zumindest fällt mir kein anderer Grund ein.“ grinste Jiraiya und er bekam glasige Augen. „Wie kommt man auf so … schmuddelige, perverse Romane?“, hackte Lafea weiter nach. „Ich recherchiere an weiblichen Objekten.“, verriet Jiraiya mit einem Augenzwinkern. >>Darum hat Tante Nola gemeint ich sollte etwas Hochgeschlossenes tragen.<< dachte Lafea und grinste vor sich hin. Sie schlug die Beine übereinander und trank einen Schluck Tee. „Und wie läuft das jetzt?“, fragte Lafea und wirkte wie eine Geschäftsfrau. „Wir trinken Tee, reden, deine Tante gibt mir das Geld der verkauften Bücher, dafür bekommt sie die neuen Bücher und öhm… ja… das war´s eigentlich.“, ging Jiraiya den Ablauf durch. Lafea fischte einen Briefumschlag vom Küchentisch und reichte ihn Jiraiya. Der zählte lächelnd nach. „Stimmt genau.“ Lüstern blickte er Lafea an. „Du könntest das Geld auch behalten. Gegen einen kleinen Gefallen.“, dabei blieb sein Blick auf der Oberweite des Mädchens hängen. Misstrauisch beobachtete Lafea den Alten vor sich. „Nicht für alles Geld der Welt dürftest du an mir recherchieren.“, grinste die Verkäuferin frech. Jiraiyas Mundwinkel fielen nach unten. „Du bist genauso stur wie deine Tante. Dürfte ich dich vielleicht auf einen kleinen Drink einladen. Natürlich ganz unverbindlich.“, dabei glimmten Jiraiyas Augen tückisch. „Vielleicht ein ander Mal, Jiraiya.“, redete sich Lafea heraus. „Was hat dir deine Tante über mich erzählt?“, hakte Jiraiya nach. „Sie hat mir nichts erzählt, das ist es ja gerade.“, sprach die Verkäuferin und ein leiser erboster Unterton schwang mit, was Jiraiya zum lachen brachte. Schallend lachte er, bis er Lafeas Blick spürte, die ihn böse ansah, was den Sanin augenblicklich verstummen lies. „Du bist deiner Tante viel zu ähnlich und das passt mir absolut nicht. Du bist noch jung und attraktiv. Verschließ dich doch nicht vor der Welt.“, sprach er eindringlich auf das Mädchen ein. „Was weißt du schon?!“, fragte Lafea erbost. „Ich weiß, dass dich ein Ninja sehr gern hat und er gerne bei dir landen würde, doch du musst es auch zulassen. … Hach das wäre eine perfekte Lovestory.“, schwärmte der Ninja auf dem Sessel und malte sich in Gedanken schon die Geschichte aus. „Wer auch immer mich „lieben“ sollte, er würde mich sofort fallen lassen, wenn er erfährt, dass ich eine absolute Null bin, zu nichts fähig.“ Traurig blickte Lafea ins Leere. „Du bist keine Null. Ich wiederhole mich nur ungern, aber du bist eine attraktive Frau, erfolgreich als Buchverkäuferin, temperamentvoll, belesen.“, zählte Jiraiya die Vorzüge von dem Mädchen auf. „Ich bin aber keine Ninja.“, unterbrach ihn Lafea. Seufzend sah der Sanin Lafea an. Sah ihr bekümmertes Gesicht. „Dass du keinen Chakrafluss hast, bedeutet nicht, dass du keine Ninja werden kannst.“, versuchte er das Mädchen aufzuheitern. „Jiraiya hör auf!“, brüllte das Mädchen. „Ich bin keine Ninja und werde nie Eine sein.“, sprach sie leise weiter. „Ich bin und bleib eine einfache Buchverkäuferin.“, bei den letzten Worten brach Lafea die Stimme. Jiraiya legte ihr mitfühlend die Hand auf die Schulter. „Schau mich an Kleine.“, sprach Jiraiya leise. Lafea blickte ihm in die Augen. „Du wirst von diesem einem Ninja geliebt, so wie du bist. Er weiß, dass du keine einzige Fähigkeit hast, aber es stört ihn nicht. Außerdem hast du noch ein paar Verehrer.“, leicht lächelte der Sanin der jungen Frau zu, die zögernd zurück lächelt. „Es ist schon spät, du solltest jetzt ins Bett gehen und morgen Abend bring ich dir dann die neuen Icha-Icha vorbei.“, sprach Jiraiya, räumte die Teetassen auf und drückte Lafea einmal fest an sich. „Bis Morgen.“, hauchte das Mädchen und taumelte zu ihrem Schlafzimmer. Jiraiya sah ihr lachend nach. Dann verließ er das Haus und machte sich auf den Weg zu Kakashi.

Der Jonin saß bei sich daheim auf einem Sofa und las in dem Icha-Icha. Immer wieder blätterte er auf die erste Seite vor, auf die Lafea geschrieben hat. >>Warum kann sie keine Ninja sein?<<, fragte er sich mindestens schon zum hundertsten Mal an diesem Abend. Gedanklich war er bei ihr, sah sie vor sich, wie sie ihn anlächelte, als sie ihm das Icha-Icha gab, als ein Klopfen ihn aus seinen Gedanken riss. „Die Tür ist offen.“, rief er in Richtung Tür. Jiraiya trat ein, die Haare tropften vom Regenwasser. „Was verschafft mir die Ehre?“, fragte der Jonin, nachdem sich der Sanin gesetzt hat. „Wie stehst du zu Lafea?“, kam der Sanin gleich zur Sprache. Überrumpelt legte Kakashi das Icha-Icha beiseite. „Ich hab sie … sehr gern.“, sprach der Kopier-Ninja leise.

Kapitel 6: Wenn du mich verlässt

>>“Ich hab sie sehr gern.“ Wie blöd kann man nur sein.<<, schimpfte Kakashi mit sich selbst. >>Ich liebe Lafea über alles. Sie ist … alles.<<, versuchte der Jonin sich im Klaren zu werden. Aber natürlich konnte er das dem Sanin nicht sagen. Jiraiya war etwas enttäuscht gegangen, als der Kopier-Ninja sagte, dass er Lafea „sehr gern hat“.

Die ganze Nacht lang war Kakashi noch wach gelegen, hat überlegt. Dennoch war der Jonin zu keinem Entschluss gekommen. >>Kann ich es Lafea sagen, was ich empfinde? Empfindet sie genauso?<<, Zweifel machten sich im Kopf des Jonin breit. >>Heute kommt das neue Icha-Icha-Paradies und wenn ich es hole, sag ich Lafea, was ich empfinde.<<, nahm sich der Jonin vor. Doch alles sollte anders kommen.

Schrill klingelte Kakashis Wecker und genervt schaltete er ihn aus. Murrend rollte er sich auf die andere Seite und schlief wieder ein. Ein paar Minuten Ruhe wurden dem Jonin gegönnt, dann kratzte etwas über die Fensterscheibe. „Ich will auf keine Mission.“, grummelte es unter der Decke hervor, aber das Kratzen lies nicht nach. Widerwillig stand der Jonin auf und lies den Vogel herein, der mit seinem Schnabel über das Glas geschabt hatte. Der Zettel, der am Bein des Vogels befestigt war, orderte Kakashi sofort zur Hokage.

Nachdem Kakashi sich angezogen hatte, verpuffte er in einer Rauchwolke, nur um dann bei der Hokage im Büro zu erscheinen. „Kannst du nicht wir jeder vernünftige Mensch zur Tür herein kommen?“, fuhr ihn Tsunade an. „Es hieß ich sollte schnell kommen. Das war der schnellste Weg. Was ist denn so dringend?“, fragte der Shinobi. „Der Kazekage Gaara wird seit geraumer Zeit bedroht. Leider können die Sunanins nicht ständig bei ihm sein, da das Dorf wieder aufgebaut werden muss. Da der Kazekage in nächster Zeit viele Reisen unternehmen muss, werd ich dich als seinen Begleitschutz mitschicken.“, erläuterte Tsunade die Mission. „Wie lang wird die Mission dauern?“, fragte Kakashi nach. „Zwei, vielleicht auch drei Monate oder länger. Gaara möchte so viele Bündnisse wie möglich schließen.“, sprach die Hokage und legte ihre Fingerspitzen aneinander. „Noch irgendwelche Fragen?“ Kakashi schüttelte stumm den Kopf. „Dann viel Erfolg bei deiner Mission, du wirst heute Mittag aufbrechen.“, mit diesen Worten verabschiedete Tsunade den Kopier-Ninja. Dieser verpuffte wieder in einer Rauchwolke.

In Gedanken versunken schlenderte der Ninja durch die Straßen von Konoha, dabei achtete er nicht, wohin ihn seine Füße trugen. Erst, als er vor einer gezimmerten Türe stehen blieb, wusste er wo er war. >>Sie wird mir fehlen.<<, dachte Kakashi noch, als er ein gespieltes Lächeln aufsetzte und in den Buchladen eintrat. „Morgen Kakashi.“, begrüßte ihn Lafea freundlich wie immer. „Eigentlich dachte ich das du mir gleich in der Früh wieder die Tür einrennst, wo doch das neue Icha-Icha-Band heute raus kommt.“, versuchte die Verkäuferin den Jonin zu ärgern, doch dieser sprang nicht darauf an. Er hatte nicht mal ein „Guten Morgen“ raus gebracht, so sehr nahm ihn die Sache mit der Mission mit. Selbst Lafea, die den Kopier-Ninja noch nicht all zu lange kannte, wusste, dass ihn irgendwas bedrückt. „Was ist los?“, hackte die junge Frau deswegen nach, bekam allerdings keine Antwort. „Hast du nicht genug Geld für das Icha-Icha?“ Verwundert blickte Kakashi auf. >>Natürlich muss sie denken dass es wegen dem Icha-Icha ist. Woher sollte sie denn wissen, was ich für sie empfinde.<< grübelte der Shinobi und wurde dann von einer leicht besorgten Stimme aus den Gedanken gerissen. „Geht´s dir gut, Kakashi, du siehst ein wenig blass aus.“, sprach Lafea und versuchte dem Ninja in sein unbedecktes Auge zu blicken. Sofort setzte Kakashi sein gespieltes Lächeln auf und kratzte sich am Hinterkopf. „Alles Bestens. Alles Bestens. Wo ist denn nun mein Icha-Icha-Paradies?“, hackte er nach.

Ein leichtes Schmunzeln huschte über die Lippen des Mädchens, als sie ihm ein Band in die Hand drückte. Schnell ließ Kakashi ein paar Geldscheine auf dem Tresen liegen und verschwand ganz schnell wieder. Etwas enttäuscht blickte Lafea dem Mann hinterher. >>Er hat es nicht mal bemerkt.<<, seufzte sie und fing dann an die Regale ab zu stauben.

„Was hat er gesagt?“, riss eine warme Stimme Lafea aus ihren Gedanken. „Gar nichts, Tante Nola. Er hat den Zettel nicht bemerkt.“, sprach die junge Frau monoton, während sie weiter die einzelnen Regale vom Staub befreite. Kopfschüttelnd stand die Ältere im Türrahmen. „Jetzt mach dir deswegen keinen Kopf. Er wird ihn schon noch früh genug sehen.“, versuchte die Tante ihre Nichte aufzuheitern. „Bestimmt.“, aber sicher war sich die Jüngere der Beiden nicht.

Währenddessen packte Kakashi alles zusammen, was er für seine Mission brauchte. Das Icha-Icha lag ganz oben auf in seinem Rucksack. Ein Blick auf die Uhr verriet dem Ninja, dass er los musste. Tief atmete der Jonin ein, dann machte er sich auf den Weg nach Suna.

Die ersten Sterne leuchteten bereits am Himmel, als Kakashi seine erste Rast einlegte. >>Noch ein Tagesmarsch bei dem Tempo und ich bin in Suna.<<, ging er den ersten Anlaufpunkt seiner Mission durch. Dann, um sich etwas abzulenken, zog er das Icha-Icha-Band hervor und begann die ersten Zeilen zu lesen.

//Traurig blickte ihm seine Geliebte nach, als er hinaus in den Sturm verschwand. „Bitte, komm bald zurück, Mamoru.“, hauchte die Frau mit den langen blonden Haaren, während sie in den schwarzen Himmel blickte, der immer wieder von Blitzen durchzuckt wurde.

Seit Wochen wartete Miako schon darauf, dass Mamoru wieder zu ihr zurück kommt. Tag für Tag stand sie am Fenster und ihr Blick haftete auf der Straße, die zu ihrem Haus führte. Aber ihr sehnlichster Wunsch wurde nicht erhört.

In der Zwischenzeit warben einige Männer um die schöne junge Dame. Schmachtende Blicke folgten ihr auf der Straße, Blumensträuße sammelten sich auf den Tischen, doch Miako gab ihre Hoffnung nicht auf. Sie glaubte fest daran, dass Mamoru eines Tages wieder zu ihr zurück kommen würde.//

Kopfschüttelnd legte Kakashi das Buch bei Seite. >>Jiraiya hat schon mal bessere Bücher geschrieben.<<, dachte er, als er sich hinlegte und die Augen schloss. Ruhe kehrte ein, doch nur ein paar Augenblicke später saß Kakashi aufrecht in seinem Nachtlager.

Schnellen Griffes hatte der Kopier-Ninja sich das Buch geschnappt und betrachtete die Seite, die er gelesen hatte genau. >>Das glaub ich jetzt wohl nicht!<<, fluchte er innerlich, als er sah, dass diese Seite nur mit einem Stück Klebeband eingeklebt war. Sofort blätterte er um und begann die Nachricht auf der Rückseite zu lesen. „Ich hoffe dir hat die kleine Kurzgeschichte gefallen. Sie handelt übrigens von dir und Lafea, falls du die Anspielung nicht gemerkt haben solltest. Leider musste ich das Ende offen lassen, da es ganz in deiner Hand liegt, ob ihr Beiden wieder zueinander finden oder nicht.

Im Übrigen solltest du ihr endlich sagen, was du empfindest. Das „Sehr gern haben“ kauf ich dir nämlich nicht ab, so wie ihr euch anseht.

Jiraiya“

Am liebsten wäre Kakashi auf dem schnellsten Wege zurück nach Konoha um sich den Sanin vorzuknöpfen. Allerdings hinderte ihn sein Pflichtbewusstsein daran, die Mission einfach sausen zu lassen. In Gedanken schmiedete er schon Pläne, wie er das Jiraiya heimzahlen konnte. Er musste sich aber auch eingestehen, dass es etwas gutes hatte. So wie der Sanin die Geschichte nämlich geschrieben hatte, musste Lafea ja etwas für ihn empfinden. Grübelnd legte sich der Jonin wieder auf die Seite und versuchte etwas Schlaf zu finden, wobei seine Träume von der kleinen Buchverkäuferin in Konoha handelten.

Lafea saß im dunklen Buchladen und wartete. Immerhin hatte sie eine Einladung zwischen die Buchseiten von Kakashis Icha-Icha geschmuggelt. >>Er müsste die Einladung doch schon längst gefunden haben.<< dachte sie nach, während sie weiter auf die dunkle Straße vor dem Bücherladen starrte. Sie hatte sich so viel Mühe mit dem Essen gemacht, und nun wartete sie seit Stunden auf Kakashi. Ihre Augen wurden immer kleiner und irgendwann war das Mädchen dann doch auf ihrem Sessel eingenickt.

Kapitel 7: Ohne dich (ist alles doof)

Die Zeit verging und Lafea wartete jeden Tag darauf, das der Kopier-Ninja in den Bücherladen kommen würde. Aber der weißhaarige Jonin kam nich. >>Er ist auf Mission.<<, beschwichtigte sie sich. Seufzend wartete sie jeden Abend, in ihrem Sessel vor dem Schaufenster, darauf, dass Kakashi die Straße herauf kam. Aber es war immer das Gleiche.

Sie blickte auf die dunkle Straße und irgendwann fielen ihr die Augen vor Müdigkeit zu. Dann träumte Lafea von Kakashi, wie sie gemeinsam durch den Wald gingen, er sie anlächelte und irgendwann träumte sie sogar davon, wie sie Kakashi zum ersten Mal ohne Maske sah, wie sie sich küssten und wie er ihren Körper liebkoste. Wenn Lafea dann allerdings aufwachte, fühlte sie sich sehr einsam.

Kopfschüttelnd beobachtete Tante Nola das Treiben ihrer Nichte schon seit drei Wochen. Seit der Zeit, seit Kakashi auf Mission war. Oft schreckte Lafea aus ihren Gedanken auf, wenn die Ladentüre ging und blickte dann freundlich in das Gesicht des Kunden, aber ihre Augen spiegelten Trauer, Enttäuschung und Verzweiflung. Dennoch blieb sie stets höflich ihren Kunden gegenüber.

Auch an diesem Abend saß Lafea wieder am Fenster und wartete. Tante Nola hatte einen Adler an Tsunade geschickt, mit der Frage, wie lange Kakashi denn wegbleiben würde. Die Antwort hat auch nicht lange auf sich warten lassen, doch was die Tante da zu lesen bekam, gefiel ihr ganz und gar nicht. >>Wahrscheinlich noch zwei Monate.<< las sie. Traurig blickte Nola zu ihrer Nichte, die wie versteinert im Sessel saß. Resigniert ging die alte Frau wieder hinauf in die Wohnung.

„Du siehst nicht gut aus.“, wurde Tante Nola aus den Schatten angesprochen. Erschrocken griff sie sich ans Herz. „Jiraiya, wie oft soll ich dir noch sagen, dass du mich nicht so erschrecken sollst?“, fragte sie und schaltete das Licht an.

Der Sanin saß auf dem Sofa und deutete ihr Platz zu nehmen. Tee hatte er schon aufgebrüht. „Was ist los, Nola?“, fragte er, als die Frau sich neben ihn gesetzt hatte. „Seit Kakashi auf Mission ist, sitzt Lafea jeden gottverdammten Abend da unten und wartet auf ihn. Er hat es noch nicht mal für nötig gehalten zu sagen, dass er fort geht, geschweige denn, wann er wieder kommt.“, sprach die sonst so taffe Frau kraftlos. Mitfühlend legte der Sanin seinen Arm um die Schulter von Nola.

>>Es war richtig, hier mal vorbei zu schauen. Hätte nicht gedacht, dass Kakashis Abwesenheit Lafea so aus der Bahn wirft.<<, dachte sich Jiraiya während er stumm seinen Tee trank. „Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll, Jiraiya.“, schluchzte Tante Nola und riss den Sanin somit aus seinen Gedanken. „Sie isst kaum noch, wartet nur darauf, das er nach Hause kommt und Tsunade hat gemeint, dass es noch gut zwei Monate dauern kann.“ Nun liefen auch noch zu allem Überfluss Tränen über das Gesicht der Frau. Vorsichtig hob Jiraiya ihr Kinn an. Der Schalk war aus dem Gesicht des Sanin gewichen. Sanft strich er die Tränen weg, während er Nola tief in die Augen blickte. „Sie fängt sich schon wieder.“, sprach er ruhig.

Bei Kakashi sah es nicht anders aus. Er hatte, nachdem er in Suna angekommen war und etwas Zeit gefunden hatte um weiter in seinem Icha-Icha zu lesen, die Einladung gefunden:

//Würde mich sehr freuen, wenn du heute Abend, pünktlich um halb neun, mir bei einem kleinen Dinner, im Kerzenschein, Gesellschaft leisten würdest. Lafea.//

Der Jonin hätte sich in den Allerwertesten beißen können. >>Warum passiert das immer mir?<<, fragte er sich und hoffte inständig, das Lafea nicht böse auf ihn war, dass er sie versetzt hatte. Seine Stimmung war beim Gefrierpunkt angekommen. Auch die Tatsache, dass ein Bild seiner geliebten Buchverkäuferin zwischen den Buchseiten lag, stimmte den Jonin nicht wieder fröhlich.

//Tock, Tock, Tock//, klopfte es an die Zimmertüre von Kakashi, der die Nacht über im Haus der Sabakunos schlief, bis sie am nächsten Morgen aufbrechen würden. „Ja, bitte?“, rief der Jonin zur Tür. Vorsichtig streckte Temari ihren Kopf durch den Türspalt. „Entschuldige bitte die späte Störung, aber Gaara lässt ausrichten, dass wir Morgen erst gegen halb neun aufbrechen. Er hat vorher noch eine Besprechung.“, erläuterte die Schwester des Kazekagen den neuen Plan. „Danke, sehr freundlich von dir, mir bescheid zu geben.“, sprach der Jonin und blickte dabei die ganze Zeit auf das Foto in seiner Hand. Neugierig wie Temari nun mal war, trat sie zu dem Kopier-Ninja und blickte über seine Schulter. „Ist das deine Freundin?“, fragte sie und ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen. Doch Kakashi zuckte nur mit den Schultern, bevor er zu sprechen begann. „Ich weiß es nicht. Eigentlich wollte ich ihr meine Liebe gestehen, aber dann musste ich auf diese Mission und bin nicht mehr dazu gekommen.“, sprach er und ein leicht verbitterter Unterton lag in seiner Stimme. „Oh, das tut mir Leid.“, flüsterte Temari. „Wieso schreibst du ihr nicht einfach einen Brief?“; fragte sie aber auch gleich darauf. Verständnislos sah Kakashi sie an. „Einen Liebesbrief.“, erklärte die Blonde nur. „Gaara hat bestimmt nichts dagegen, wenn du ihr seinen Adler schickst. Mach ich auch immer wenn ich Shikamaru schreibe.“, gestand sie. Doch als Kakashi ihr nicht antwortete, verabschiedete sich die Kunoichi mit einem leisen „Gute Nacht.“

So kam es, dass sich Kakashi, Gaara, Temari und Kankuro am nächsten Tag auf den Weg machten um mit anderen Dörfern Bündnisse abzuschließen. Die Reisen verliefen bis jetzt sehr ruhig, was Kakashi als Genugtuung empfand, da er sowieso mit seinen Gedanken in Konoha war.

Öfters seufzte der Jonin unbewusst, was Gaara veranlasste, diesen zu mustern. Gerade wollte der Kazekage den Konoha-Ninja fragen, was denn los sei, als Temari ihn zurückhielt und den Kopf schüttelte. „Lass ihn, er hat Liebeskummer.“, flüstere sie leise.

So vergingen mehrere Wochen.

Kakashi zog sich an diesem Abend wieder etwas vom Lager zurück und blickte sehnsüchtig auf das Bild in seinen Händen. >>Lafea<< dachte er nur und starrte dann in den Sternenhimmel. Vor seinem geistigen Augen erblickte er die junge Frau, wie sie ihn anlächelte. Am liebsten wäre er jetzt bei ihr um sie beim schlafen zu beobachten. >>Bestimmt sieht sie aus wie ein Engel, wenn sie schläft.<<, dachte Kakashi, bevor er sich wieder zum Lager begab um die Nachtwache anzutreten.

>>Kakashi<< dachte Lafea während dessen in Konoha und blickte ebenfalls in den Sternenhimmel. Gerade kam sie nach Hause und seufzte leise. Jiraiya hatte sie mit in so eine Bar geschleppt, wo er sie dann mit Kotetsu und Genma alleine gelassen hatte. >>Alles ist doof ohne dich, Kakashi, selbst die Arbeit macht keinen Spaß, wenn du nicht kommst und nervst.<< waren ihre letzten Gedanken, bevor sie sich auf den Sessel im Laden kauerte und dort wie immer schlief.

Kapitel 8: Liebe ist…

Fast schon sehnsüchtig wartete Kakashi darauf, dass er wieder nach Konoha kam. Drei Monate war er unterwegs gewesen und nun freute er sich, als sie wieder auf dem Weg nach Suna waren. Denn das hieß, dass seine Mission beendet war. „Bald kannst du deiner Kleinen sagen, dass du sie liebst.“, neckte Temari den Älteren. „Sofern sie auf mich gewartet hat.“, seufzte der Shinobi. Kankuro blickte den Jonin aus Konoha an. „So wie du immer von ihr gesprochen hast, wird sie gewartet haben.“, versuchte der Suna-Nin den Konoha-Ninja aufzuheitern. Sogar Gaara legte seinem Begleitschutz kameradschaftlich die Hand auf die Schulter. „Zeigst du mir noch mal ihr Bild?“, fragte der Kazekage und Kakashi zog das Bild aus der Brusttasche und reichte es Gaara.

„Sie ist wirklich keine Ninja?“, hakte Gaara nach. „Nein.“, antwortete Kakashi wahrheitsgemäß. Lachend gab der Kazekage das Bild zurück. „Ihr würdet echt ein süßes Paar abgeben. Ihr müsst uns dann unbedingt mal besuchen kommen.“ Kakashi sah den jungen Kage nur überrascht an. Zum einem, da Gaara noch nie soviel auf einmal gesprochen hat, zum Andern, weil sich der Junge ernsthafte Gedanken um den Jonin machte. „Sofern ich mit ihr zusammen komm, werden wir mal nach Suna kommen.“, versprach Kakashi. „Das will ich doch hoffen. Ich würde sie echt gern kennenlernen, deine Lafea.“, sprach Gaara und mit einem Lächeln auf den Lippen gingen sie weiter ihres Weges. >>Bald bin ich wieder bei dir Lafea.<< dachte Kakashi, als sie gemeinsam in den Sonnenuntergang schritten.

In Konoha warben inzwischen einige Männer um die Gunst der jungen Buchverkäuferin. Außer Kotetsu und Genma hatten sich noch Gai und Rock Lee eingefunden. Sogar Asuma hatte das Mädchen bereits zum Essen eingeladen. Obwohl Lafea die meisten Einladungen annahm (also die von Gai und Rock Lee nicht), gab sie aber jedem ihrer Verehrer zu verstehen, dass sie bereits in jemandem verliebt war.

„Ach komm schon Lafea. Seit drei Monaten warte ich darauf, mit dir einmal Essen gehen zu dürfen.“, bettelte Gai. „Und ich sag dir jetzt zum hundertsten Mal, dass ich keine Interesse habe mit dir oder deinem Schüler Essen zu gehen.“, wimmelte Lafea den Jonin im grünen Kampfanzug und der Pilzfrisur ab. „Warum denn nicht?“, fragte der Sensei naiv nach. „Gai, schau dich mal an und dann schau mich an. Wir sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht.“, versuchte die junge Frau es so zu erklären damit er sie endlich in Ruhe lies. >>Und wenn du noch mal frägst, ob ich mit dir Essen geh, dann vermöbel ich dich mit dem Besen.<<, fügte sie noch in Gedanken hinzu. Dabei huschte ihr ein Lächeln über die Lippen, da Lafea daran denken musste, wie sie damals Kakashi aus dem Buchladen verjagt hatte.

>>Kakashi, ich hoffe du kommst bald wieder. Ich vermisse dich so.<<, waren ihre letzten Gedanken, als sie auf ihrem Sessel einschlief. Sie wartete immer noch jeden Abend am Fenster, ob ihr geliebter Jonin endlich die Straße zu ihr herauf kam.

„Tsunade-sama, ihr habt mich rufen lassen.“, sprach die junge Buchverkäuferin, als sie in das Zimmer der Hokage eintrat. „Ah ja, Lafea. Deine Tante meinte ich sollte es dich wissen lassen, wenn es Neuigkeiten von Kakashi gibt.“, fing das Dorfoberhaupt an zu sprechen. „Ist ihm was passiert?“, fragte das Mädchen. „Nein, nein, das nicht. Aber ich würde gerne wissen, wie du zu ihm stehst.“, dabei blickte Tsunade die junge Frau mit ihren durchdringenden Augen an. Nervös zupfte Lafea an ihrem Shirt herum. „Also… er ist… aber ich…“, stotterte sie herum und brachte keinen vernünftigen Satz heraus. „Ja?“, fragte die Kage ungeduldig. „Zuerst konnte ich ihn nicht ausstehen, aber da er so oft kam, hab ich mich an ihn gewöhnt und mich in ihn verliebt.“, flüsterte Lafea leise. Tsunades Augen blitzten. „Dann wird dir diese Nachricht bestimmt gefallen. Kakashi kommt im Laufe des Nachmittags nach Hause.“, sprach Tsunade und beobachtete jede Regung Lafeas.

„Er… kommt… tatsächlich… wieder?“, fragte die Buchverkäuferin ungläubig und Tränen stiegen ihr in die Augen. Das Dorfoberhaupt lächelte und nickte, daraufhin liefen die Tränen bei Lafea nur noch unaufhörlich. „Das ist die schönste Nachricht seit langem.“, sprach das Mädchen, als es auch schon fast aus der Tür hinaus war. >>Sie wird jetzt bestimmt am Haupttor warten, bis er kommt.<<, dachte Tsunade und sandte Izumo zum Bücherladen, um Nola bescheid zu geben.

Wie der Wirbelwind rannte Lafea zum Tor und krachte da mit Kotetsu zusammen. „Oh, hey Lafea. Es freut mich, dass du mich hier mal besuchen kommst.“, sprach der Shinobi und lächelte. „Tut mir leid, aber ich bin nicht wegen dir hier.“, durchkreuzte Lafea die Phantasie des Ninjas und eilte hinaus vors Tor. Kotetsu beobachtet sie nur kopfschüttelnd. >>Auf wen sie wohl wartet?<<, überlegte er, denn das Mädchen stand mit dem Rücken zum Tor und hatte ihre Finger vor der Brust verschränkt, als ob sie beten wolle.

Stunden waren vergangen und immer noch stand Lafea eisern an ihrem Platz und wartete. Langsam legte sich die Abendliche Dunkelheit über das Dorf und die Schatten unter den Bäumen wurden länger. „Es wäre besser, innerhalb der Dorfmauern zu warten.“, sprach Kotetsu, doch das Mädchen schüttelte den Kopf . „Ich warte hier.“; war alles was sie sagte, dann starrte sie wieder in den dunklen Wald.

>>Wo bleibt Kakashi nur?<<, Lafea machte sich Sorgen. >>Hoffentlich ist ihm nichts zugestoßen? Quatsch, er ist ein starker Ninja, er kann auf sich selbst aufpassen! Aber wenn ihn mehrere Shinobis angegriffen haben?<< In ihrem Kopf tobten die Zweifel und der Glaube an Kakashi. Dabei wurde es immer später und später. Der Mond stand bereits hoch am Himmel und beleuchtete die Szenerie mit einem silbernen Licht.

Gerade wollte sie sich zum Gehen wenden, als ein Knacken sie wieder zum Wald blicken lies. Aus den Schatten trat ein Mann und als das silberne Mondlicht auf ihn schien, blieb Lafeas Herz einen Augenblick lang stehen. >>Kakashi<<, dachte sie nur und rannte überglücklich auf den Ninja zu.

Er trat aus dem Schatten der Bäume und dann sah er sie. Das Mädchen, welches ihm so sehr gefehlt hatte. Stürmisch rannte sie auf ihn zu und er konnte sich ein Lächeln kaum verkneifen. >>Lafea. Meine Lafea.<< dachte er nur und freute sich, sie gleich in seinen Armen halten zu können. Zwar war der Weg von Suna anstrengend gewesen, doch das war dem Jonin egal. Die Müdigkeit war wie weggeblasen als er Lafea erkannt hatte. Voller freudiger Erwartung breitet er seine Arme aus um sie in Empfang zu nehmen.

Lafea sprang Kakashi förmlich an, schlang ihre Arme um seinen Hals und ein Schluchzen entrann ihrer Kehle. „Hey, ich bin wieder da.“, flüsterte Kakashi leise und strich ihr über die Haare. „Du verdammter Idiot, du weißt gar nicht, wie du mir gefehlt hast.“, schluchzte das Mädchen und unaufhörlich liefen ihr Tränen über die Wangen. Sanft drückte Kakashi der Buchverkäuferin einen Kuss auf die Wange. „Du hast mir auch gefehlt.“, flüsterte er.

Keiner der Beiden musste sagen, was er empfand, die Worte waren im Moment einfach überflüssig. Das sie dabei beobachtet wurden, wie sie die ersten Zärtlichkeiten austauschten, bemerkten sie nicht. Jiraiya, Tsunade und Nola standen im Schatten einiger Häuser und beobachteten die Szene amüsiert. Wütend hingegen beobachtete Gai die Szene von der Mauer aus.

>>Wie ich diesen Hatake hasse.<<, waren die Gedanken Gais, dabei ballte er die Hand zur Faust.

Müde legte Lafea ihren Kopf an Kakashis Brust. „Ich bring dich jetzt erst Mal heim.“, lachte dieser leise und hob das Mädchen hoch und trug sie durchs Tor. Die junge Frau kuschelte sich in die warmen, starken Arme, die sie trugen und schloss die Augen. >>Hat Kakashi schon immer so gut gerochen?<<, fragte sie sich und sog den Duft von Rasierwasser und Natur auf. „Ich hab dich lieb.“, murmelte Lafea noch, bevor sie ganz im Land der Träume verschwand. „Hab dich auch lieb.“, flüsterte Kakashi, während er sie durch das halbe Dorf trug.

Vor dem Bücherladen warteten schon drei glücklich aussehende Personen. Tsunade grinste selbstgefällig und Jiraiya und Nola lachten freudig, wobei die beiden Händchen hielten. >>Ich war eindeutig zu lange weg.<< dachte Kakashi, als er sich an den Dreien vorbei drängelte, die Treppe zur Wohnung hoch ging und Lafea in ihr Bett legte.

Als er die Treppe wieder hinunter kam, wurde er erwartungsvoll angesehen. „Seit ihr jetzt zusammen?“, fragte Tsunade und fiel natürlich sofort mit der Tür ins Haus. „Ähm… also… bis Morgen.“, zog sich Kakashi aus der Affäre und verpuffte in einer Rauchwolke. „KAKASHI!“, brüllte eine aufgebrachte Tsunade. Doch dieser war schon längst außer Hörweite und begab sich selbst zu Bett.

Am nächsten Morgen wachte Lafea sehr früh auf. Auch Kakashi wurde bei den ersten Sonnenstrahlen wach und ihn zog es automatisch zum Buchladen.

Von ihrem Schlafzimmerfenster aus, sah Lafea den Kopier-Ninja schon die Straße herauf kommen und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, rannte sie die Treppe in den Buchladen hinunter. Gleichzeitig kamen sie an der Ladentüre an und Lafea lies ihren geliebten Shinobi herein. „Guten Morgen, Kleine.“, flüsterte Kakashi. „Morgen, Großer.“, flüsterte die Frau leise zurück und zog ihn in den Laden. „Ich hab noch was für dich.“, mit den Worten wurde Kakashi weiter zum Tresen gezogen. „Ich hoffe, du hast das Candel-light-dinner nicht aufgehoben, das ist bestimmt schon verdorben.“, scherzte Kakashi. „Quatsch.“, brummte das Mädchen und griff unter die Theke. Lachend zog sie die letzten drei Bände des Icha-Icha-Paradieses hervor. „Du bist echt ein Schatz.“, sprudelte Kakashi hervor. „Ich weiß.“, lachte Lafea und reichte sie Kakashi.

Kapitel 9: Im Krankenhaus

Die Tage darauf fühlte sich Lafea wie im siebten Himmel. Kakashi besuchte sie jeden Tag im Laden und manchmal rezitierte er aus den Icha-Icha oder von irgendwelchen Liebesfilmen. Und jeden Tag brachte er ihr eine Rose mit.

Der notorische Zu-spät-Kommer stand mal wieder vor Ladenöffnung vor der Tür und wartete geduldig. Lafea hatte ihren Kakashi schon längst gesehen, aber sie lies ihn warten. >>Ich tanz nicht nach seiner Pfeife.<<, dachte sie sich nur und lächelte vor sich hin während sie sich zurecht machte.

Mit einem Strahlen schloss sie die Tür auf und bat den Ninja herein. „Morgen meine Kleine.“, flüsterte Kakashi bevor er ihr ein Küsschen auf die Wange hauchte. „Morgen mein Großer.“, hauchte Lafea zurück. Wie auch schon die Tage zuvor, stellte der Kopier-Ninja eine weitere rote Rose in die Blumenvase auf dem Verkaufstresen. „Ist deine Tante da?“, fragte er und ein schelmisches Funkeln trat in seine Augen. Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Nein, die ist mit Tsunade-sama für ein paar Tage fort. Erholungskur oder so.“, lachte sie und erwärmte mit ihrem Lächeln wiedereinmal das Herz des Ninjas. „Darf ich dich dann heute Abend ausführen?“, fragte Kakashi und ein leichter Rotschimmer lugte unter seinem Tuch hervor. „Gern.“, auch Lafea wurde ebenfalls rot. „Zieh dich dann besonders hübsch an, ja?“, und schon löste sich der ach so geliebte Ninja in einer ach so verhassten Rauchwolke auf. Hustend fluchte Lafea. „Wie ich diesen Abgang hasse.“

„Sensei Kakashi, sie sind ja heute mal pünktlich.“, freute sich Naruto und grinste von einem Ohr zum Andern. Verlegen kratzte sich der Jonin am Kopf. „Da hat wohl jemand meine Uhr verstellt.“, lachte Kakashi was seinem Schüler nur eine schmollende Schnute ins Gesicht zauberte. „Guten Morgen Sensei. Sie scheinen ja heute sehr gut gelaunt.“, begrüßte nun auch Sakura den Shinobi. „Guten Morgen Sakura. Dann sind wir ja für heute komplett. Sai ist mit Asumas Team auf Mission. Dann lasst uns trainieren gehen.“, gab Kakashi Anweisung. Während seine beiden Schüler gegeneinander antraten, Kakashi in einem Baum saß und die beiden beobachtete, schweiften die Gedanken des Jonin immer wieder in den Buchladen. >>Was sie wohl tragen wird?<< fragte er sich und ignorierte den schimpfenden Naruto.

Lafea verbrachte hingegen den Tag damit, die Kundenwünsche zu erfüllen, Bücher in die Regale einräumen, das große Fenster vor ihrem Sessel zu putzen und an Kakashi zu denken.

Fröhlich vor sich hin pfeifend, räumte Lafea die neuen Bände des Icha-Icha ein. Das Exemplar für Kakashi hatte sie bereits auf die Seite gelegt, so wie sie es schon immer machte, seit sie hier war. Als sich zwei starke Arme um ihre Taille legten. „Ich dachte wir sehen uns erst heut Abend.“, säuselte Lafea, während sie sich an die Brust des Hintermannes lehnte. Doch genau in diesem Moment, als ihr Kopf auf der Brust aufkam, wusste Lafea, das es nicht Kakashi war, der hinter ihr stand.

Entsetzt wich das Mädchen soweit zurück wie es konnte und starrte in ein hämisch grinsendes Männergesicht. „Du bist also das kleine Lieblingsspielzeug von Hatake.“, stellte der schwarzhaarige Fremde fest. „Ich bin kein Spielzeug.“, zischte Lafea und wandte sich aus den Armen des Mannes. „Ach nein, wie süß, du willst wohl ein bisschen spielen.“ Schon packte der Mann das Mädchen an den Handgelenken und drückte zu. „Sie tun mir weh.“, zischte die Verkäuferin und Tränen standen ihr in den Augen. „Wie schon gesagt, du bist nur ein Spielzeug für ihn.“, lachte er und zog sie fest an sich heran. Angsterfüllt lehnte sich Lafea von ihm weg, doch der Fremde war eindeutig stärker und zog sie immer weiter zu sich heran. Voller Verzweiflung rammte Lafea ihm das Knie zwischen seine Beine. Den kurzen Schmerzmoment nutzte die Verkäuferin und riss sich los und hastete in Richtung Ladentür.

Kakashi beobachtete seine beiden Schüler genau. „Naruto, wenn du dein Rasengan erzeugst, hat der Gegner viel Gelegenheit dich anzugreifen. Wir müssen dringend noch an der Geschwindigkeit arbeiten.“ „Jawohl, Sensei.“, murrte Naruto unglücklich darüber, dass er schon wieder kritisiert wurde. Soeben wollte Kakashi auch seine Kritik an Sakura loswerden, als er inne hielt. Ein Schmerz durchfuhr das Herz und die Seele des Senseis.

„Ihr werdet weiter trainieren, ich hab noch was zu erledigen.“, keuchte Kakashi und in Gedanken fügte er hinzu: >>Lafea ich komm.<< Anders konnte er sich das Gefühl nicht erklären, außer das es etwas mit seiner Geliebten zu tun hatte. Gleich darauf verpuffte er auch schon in einer Rauchwolke. „Was hat den denn gestochen?“, wandte sich Sakura an ihren Teamkameraden. Doch die einzige Antwort die sie von Naruto bekam, war ein Schulterzucken und ein: „Ich hab Hunger, lass uns zu Ichirakus gehen.“

Gerade, als Lafea den Türgriff in der Hand hatte, packte sie eine Hand an den Haaren und ihr Kopf wurde mit voller Wucht gegen die Holztüre geschlagen. >>Game over Baby!<<, dachte sich Lafea nur noch, als ihr Blick verschwamm. „HAHAHA!“, hörte sie noch das höhnische Lachen, als ihr Kopf wieder und wieder gegen irgendwas geschlagen wurde. >>Ich konnte dir gar nicht sagen, wie sehr ich dich liebe, Kakashi. Geschweige denn konnte ich dich richtig küssen.<< Tränen liefen dem Mädchen über die Wangen und fielen tropfend zu Boden, wo sie sich mit dem Blut von Lafea vermischten, das ebenfalls die Schläfen der Verkäuferin entlang rann. „Sprich dein letztes Gebet, Mädchen.“, lachte der Fremde, als die Ladentüre aus den Angeln flog. „Vielleicht sprichst aber auch du dein letztes Gebet, Itachi.“, sprach Kakashi und blickte den Mann finster an.

>>Kakashi. Endlich.<< jubelte Lafea, als sie die Stimme vernahm, dann ebbte der Schmerz in ihrem Kopf ab und Dunkelheit umhüllte ihre Gedanken.

Itachi hatte inzwischen von Lafea abgelassen und kam auf Kakashi zu. „Sie war doch nicht mal eine Ninja.“, sprach Itachi. „Es geht nicht darum, was sie ist, sondern wer sie ist.“, zischte Kakashi und ging ebenfalls auf den Akatsuki zu. „Das kleine Spielzeug hat dir hoffentlich nicht all zu viel bedeutet, sie ist eine Schande für alle Ninjas, egal ob Nukenin oder nicht.“, höhnte Itachi. Wütend griff Kakashi an, aber Itachi wich ihm geschickt aus und verschwand dann hinaus auf die Straße. Hin und her gerissen, was er denn jetzt tun sollte, stand der Kopierninja im Türrahmen. >>Verdammt!<< Einerseits wollte er Lafea so schnell wie möglich in Sicherheit und Behandlung wissen, andererseits wollte er auch Itachi zur Strecke bringen.

Letztendlich entschied der Jonin sich für das einzig Richtige. Kurzerhand hob er Lafea hoch und trug sie ins Krankenhaus. >>Sie hat so viel Blut verloren und ihr Puls ist so schwach.<<, sorgte er sich auf dem Weg.

Heilfroh, als das Krankenhaus in Sicht war, beschleunigte Kakashi die Schritte. Eine Schwester kam ihm schon entgegen. „Was ist passiert?“, fragte sie. „Itachi Uchiha hat sie angegriffen.“, flüsterte Kakashi leise. Sofort wurde Lafea ins nächste Untersuchungszimmer gebracht. >>So typisch, da ist ihre Tante nicht da und Tsunade auch nicht und dann…. NARUTO<< Endlich wusste Kakashi, warum Itachi bei Lafea war. „Dieser Mistkerl!“, zischte er und machte sich auf den Weg zum Trainingsgelände, wo Kakashi noch davor mit seinen Schülern trainiert hat, sofern man das so nennen konnte.

Als er auf dem Trainingsgelände ankam, fehlte jede Spur von Naruto und Sakura. Allerdings fand der Kopierninja auch keine Anzeichen für einen Kampf. >>Dann werden die Beiden wohl nicht weiter trainiert haben.<<, schlussfolgerte Kakashi und ging zu Ichirakus. Von weitem erkannte er schon die orangefarbene Hose Narutos und hörte auch schon sein Gebrüll. „Nochmal das Gleiche.“ Als Kakashi dann auch noch die Stimme Jiraiyas vernahm atmete der Jonin erleichtert auf. >>Naruto ist in Sicherheit.<< Dann verpuffte er wieder in einer seiner Rauchwolken um schnellst möglich zu Lafea ins Krankenhaus zu kommen.

Die halbe Nacht saß Kakashi schon am Krankenbett seiner Geliebten, als sich eine Hand auf seine Schulter legte. Kurz hob er den Kopf und blickte in Tsunades Augen. „Sie haben einen Adler geschickt, worauf hin wir sofort zurück gekommen sind.“, flüsterte die Hokage leise. „Ich konnte sie nicht beschützen. Nicht einmal rächen.“, krächzte der Jonin. „Es ist nicht deine Schuld. Niemand hätte erwartet, dass Akatsuki soweit ins Dorf vordringen wird. Außerdem wird Nola dir mehr als dankbar sein, dass du ihrer Nichte das Leben gerettet hast.“ sprach Tsunade leise und drückte nochmals Kakashis Schulter.

Instinktiv wusste der Jonin, dass er richtig gehandelt hatte. Naruto konnte inzwischen bestens auf sich selbst aufpassen. Außerdem hatte er Sakura an seiner Seite und die konnte, dank Tsunade, richtig zuschlagen.

Wieder ging die Zimmertüre auf und Shizune trat, mit einem Klemmbrett bewaffnet, ein. „Oh Tsunade, sie sind ja schon zurück.“, entfuhr es der erschrocken wirkenden Shizune. „Wie du sehen kannst ja.“, antwortete Tsunade gelassen und hielt die Hand hin. Sofort übergab Shizune der Hokage das Klemmbrett. Schnell überflog diese die Notizen. Nebenbei machte sie Geräusche wie „mhm“ „aha“ und „oh“. Erwartungsvoll wurde sie von Kakashi angesehen. Als Tsunade dann den Blick hob und das fragende Gesicht sah meinte sie fachmännisch: „Lafea hat keinen Chakrafluss.“ „Das wissen wir doch schon längst.“, zeterte Nola, die nun auch dazu getreten war, da sie wissen wollte, was mit ihrer Nichte war. „Bis jetzt wurde Lafea eine Bluttransfusion gegeben, mehr kann ich euch nicht sagen.“, gestand Tsunade kleinlaut. „Wer hat ihr Blut gespendet?“, hakte Nola sofort nach. Tsunade überflog noch mal das Notizblatt. „Kakashi.“, war alles was sie sagte. Erleichterung machte sich auf dem Gesicht der Tante breit.

Kakashi blickte wieder zu Lafea, die blass in ihrem Bett lag. >>Bitte werd schnell wieder gesund.<< betete er im Stillen und drückte leicht ihre Hand. Tsunade beugte sich über die Patientin und legte ihre Hände auf deren Stirn und Brustkorb. Eine steile Falte bildete sich auf der Stirn der Hokage. „Das ist seltsam.“, murmelte sie und legte dann beide Hände an Lafeas Schläfen. „Was?“, wurde Tsunade von den andern gleichzeitig gefragt. „In Lafeas Körper hat sich eine leichte Spur von Chakra gebildet, höchstwahrscheinlich dank des Blutes von Kakashi.“, murmelte Tsunade vor sich hin. „Das heißt aber, dass du ihr mit einer Chakrabehandlung helfen kannst.“; schlussfolgerte Nola. „Nein, das wäre nicht gut für sie.“, flüsterte Tsunade. „Wenn ich ihr jetzt noch mehr Chakra in den Körper leite, weiß ich nicht, ob sie nicht kollabiert, weil sie es nicht gewohnt ist.“, beantwortete sie die ungestellte Warum-Frage.

Die ganze Nacht über saß Kakashi am Bett seiner kranken Freundin und hielt ihre Hand. Als der Morgen langsam dämmerte, war er eingeschlafen.

Kapitel 10:

Als sich das rosige Licht des neuen Tages langsam über die Baumwipfel schob, die ersten Vögel ihre Lieder zwitscherten und das Dorf langsam zu neuem Leben erwachte, schlug ein junger, weißhaariger Mann seine Augen auf und blinzelte in das heller werdende Licht. „Lafea?“, fragte er flüsternd in die Stille, bekam aber keine Antwort. Sacht strich er über die blasse Wange des Mädchens, welches vor ihm im Bett lag. >>Bitte wach wieder auf.<< bat der Jonin in Gedanken und strich ihr ein letztes Mal über die Wange, bevor er zum Trainingsgelände ging.

„Sensei Kakashi, sie sind ja heute mal vor uns da.“, freute sich Naruto, als er den Älteren erblickte. Sakura blickte dem Sensei ins Gesicht und bemerkte die versteckte Angst. „Geht es ihnen gut, Sensei Kakashi?“, fragte sie vorsichtig. „Danke ja.“, murmelte der Jonin. „Tsunade hat im Übrigen eine neue Mission für uns.“, sprach er monoton und auch jetzt merkte Naruto, dass etwas nicht stimmte. „Was für eine Mission denn?“, hackte er nach, unterließ aber sein ausgeflipptes wir-gehen-auf-Mission-Gehopse. „Es ist eine einfach Mission. Wir müssen nach Kusagakure, das Dorf versteckt im Gras. Tsunade braucht einige Kräuter und Gräser, die nur dort wachsen.“, erläuterte der Sensei seinem Team.

„Handelt es sich bei den Kräutern um Heilkräuter für die junge Buchverkäuferin?“, fragte Naruto, so sensibel wie er ist, nach, was ihm sofort eine Kopfnuss von Seiten Sakuras einbrachte. „Und wenn die Kräuter für Tsunades Faltencreme wären, so unverschämt muss man nicht fragen.“, fauchte das rosa haarige Mädchen. „Naruto hat aber Recht. Die Kräuter sind dann für Lafea und vielleicht wacht sie dann endlich wieder auf.“, sprach Kakashi. „Wir treffen uns in einer halben Stunde am Tor.“, sagte er noch, bevor der Sensei in einer Rauchwolke verschwand.

„Sensei Kakashi macht sich ganz schön Sorgen um die Buchverkäuferin.“, grummelte Naruto und kniff die Augen zusammen. „Du Baka!“, brüllte Sakura noch bevor sie ein leises „Lass uns unser Zeug zusammenpacken“, murmelte und in Richtung des Dorfes davon ging.

Zum vereinbarten Zeitpunkt fanden sich Sakura und Naruto vor dem Dorftor ein, doch von Kakashi fehlte jede Spur. „Das ist so typisch.“, nörgelte der blonde Junge wie so oft.

Eine geschlagene Stunde später tauchte Kakashi dann auch endlich auf. „Tut mir leid, ich hab eine schwarze Katze gesehen und musste dann einen Umweg laufen.“; lachte der Jonin und kratzte sich verlegen am Kopf. „Oder sie waren im Krankenhaus bei ihrer Kleine.“, mutmaßte Naruto und wusste, dass er ins Schwarze getroffen hat, denn der Jonin lies ertappt den Kopf hängen.

„Ihr Zustand hat sich nicht geändert.“, sprach der Älteste und seine zwei Schüler blickten betroffen zu Boden. „Aber mit den Kräutern wird’s ihr bestimmt schnell besser gehen.“, versuchte Naruto seinen Sensei aufzuheitern. „Darum sollten wir auch endlich los.“ Ohne weitere Worte zu verlieren zerrte der Blonde seine Teamkameraden hinter sich her.

Der Weg nach Kusagakure verlief sehr ruhig, so dass jeder der Drei seinen eigenen Gedanken nachhängen konnte. Das Kakashis Gedanken immer wieder zu dem zierlichen Mädchen ins Krankenhaus abschweiften war wohl klar. Auch Naruto dachte an das Mädchen, welches er schon so oft im Buchladen gesehen hatte. >>Sie würde so perfekt zu Sensei Kakashi passen. Außerdem scheint sie ihm sehr wichtig zu sein.<< Sakuras Gedanken gingen in eine etwas andere Richtung. >>Was sie wohl hat. Tsunade-sama muss schon verzweifelt sein, wenn sie zu so exotischen Kräutern greift.<<

Nach zwei Tagen kam dann auch endlich das Dorf in Sicht. Von einem Hügel aus, sahen die drei Ninjas auf das Dorf hinab. Allerdings war es ein Anblick, der die drei Konoha-Nins schockte. Manche Schutthaufen glimmten noch von dem Feuer, das hier gewütet hatte. Auf den Straßen lagen verbrannte und hingerichtete Menschen. „Was… ist hier… passiert?“, fragte Sakura und wirkte angespannt. „Ich kann es dir nicht sagen.“, flüsterte Kakashi. „Aber ich schätze, dass wir hier nach keinen Kräutern mehr suchen brauchen. Seht, die Felder sind auch alle verbrannt.“

Mit diesen Worten drehte sich Kakashi um. „Aber… Aber was wird aus ihrer Freundin?“, brüllte Naruto und wollte es nicht wahr haben, dass sein Sensei so einfach aufgab. „Ich weiß es nicht, Naruto.“, sprach Kakashi und verschwand wieder in dem Wald, aus dem sie kurz zuvor heraus getreten waren. Sakura legte Naruto, der kurz vor einer Explosion stand, die Hand auf die Schulter und schüttelte den Kopf. „Es reicht schon, dass Tsunade ausflippen wird, wenn sie es hört. Mach es Sensei Kakashi nicht noch schwerer.“, sprach sie leise und ging dann mit ihrem Teamkameraden hinter dem Sensei hinter her.

Eine Tagesreise trennte die drei Konoha-Ninja noch von ihrem Dorf, als sich ihnen zwei Shinobis in den Weg stellten. „Was haben wir denn da?“, fragte der eine und besah sich die Dreiergruppe. „Zwei Grünschnäbel und einen alten Sack.“, sprach der andere und warf gleich darauf auch schon Shuriken auf unsere geliebten Ninjas aus Konohagakure.

„Geht uns einfach nur aus dem Weg.“, brummte Kakashi und schlug alle Shuriken mit seinem eigenem beiseite. „Hast du das gehört, sie wollen kneifen.“, lachte der erste Fremde los. Doch er hatte die Rechnung eindeutig ohne Naruto gemacht. Der Blonde kniff die Augen zusammen. Wieder griff der zweite der Beiden feindlichen Shinobis an. Doch bevor er auch nur drei Meter weit gekommen war, sprang ihm Naruto entgegen und brüllte „Rasengan“. Seine blaue Energiekugel traf den Gegner direkt in der Magengegend, so dass dieser röchelnd zusammenbrach. Während Kakashi den anderen ausschaltete. (Tut mir echt Leid, aber Kampfszenen sind einfach nich mein Ding. Denkt euch einfach selber ne Kampfszene aus. Naruto und Co müssen halt gewinnen. ^^# )

Wieder in Konoha erstattete Kakashi gleich Bericht bei der Hokage. „Wir kamen leider zu spät. Das Dorf war niedergebrannt, genauso wie die Felder. Auf unserem Rückweg wurden wir von zwei feindlichen Shinobis angegriffen. Naruto hat einen mit seinem Rasengan ausgeschaltet.“ Tsunade lauschte dem Bericht, während sie ihre Fingerspitzen aneinander gelegt hatte und ihn aus ihren klaren Augen ansah.

„Das sind wirklich schlechte Nachrichten, die du mir da bringst Kakashi.“, sprach die Hokage und schloss kurz darauf die Augen. „Leider habe ich auch keine besseren Nachrichten für dich. Der Zustand von Lafea hat sich nicht gebessert.“ Daraufhin nickte der Kopier-Ninja kurz und verließ dann das Zimmer auf normalem Wege. Heute war ihm einfach nicht nach einem Rauchwolke Abgang.

Im Krankenhaus traf Kakashi gleich auf mehrere ungebetene Gäste. Vor der Zimmertür von Lafea standen Gai und Genma. „Kakashi, sag deiner Schülerin, dass sie uns gefälligst ins Zimmer lassen soll.“, fauchte Gai und wirkte auf einmal nicht mehr so gelassen, wie sonst. „Niemand außer Tsunade, die Ärzte, Nola und Kakashi dürfen in das Zimmer!“, sprach eine aggressiv wirkende Sakura. „Sagt wer?“, rief nun Genma dem Mädchen zu, welches sich anscheinend in Lafeas Zimmer verschanzt hatte und die Tür verbarrikadiert hatte. „ICH!“, kam die bissige Antwort von Tsunade. Erschrocken wichen die beiden ungebetenen Besucher einen Schritt zurück. „Hokage-Sama.“, sprach Gai und drehte sich dann um und verließ das Krankenhaus. Genma folgte ihm stillschweigend.

Dann betraten Kakashi und Tsunade das Krankenzimmer. Sakura verschloss hinter ihnen die Türe wieder, damit auch ja kein Unbefugter eindringen konnte.

Nola saß auf einem Stuhl an Lafeas Bett und hielt ihre Hand. Sie wirkte kraftlos und gequält. Spuren der Verzweiflung prägten ihr Gesicht. „Wenn ich nur da gewesen wäre.“, flüsterte sie immer wieder.

Sanft legte Kakashi ihr eine Hand auf die Schulter, was Tante Nola aufsehen lies. Nochmals drückte Kakashi die Schulter von Lafeas Tante. „Du solltest dich ausruhen gehen, Nola. Sobald sich was ändert, gebe ich dir bescheid.“, sprach Tsunade. Seufzend stand die Frau auf und ging nach Hause, nicht ohne sich an der Tür noch ein letztes Mal umzudrehen. „Danke, Kakashi.“, sprach Nola und lächelte ihn leicht an. „Dank dir, lebt meine Nichte noch.“

Tsunade machte noch ein paar Untersuchungen, dann verließ auch sie das Krankenhaus. Einzig und allein blieb Kakashi mit Lafea zurück. Auch der Shinobi setzte sich an das Bett und hielt die Hand von Lafea. >>Nie habe ich dir gesagt, wie wichtig du mir bist, dass ich mich in dich verliebt habe.<< dachte er gequält. Vorsichtig beugte sich der Ninja über das schlafende Mädchen. Sanft küsste er sie auf die Stirn. „Dein Lächeln hat mich verzaubert.“, flüsterte er leise, dann küsste er Lafea genauso sanft auf die Nasenspitze bevor er kurz über ihrem Mund stoppte. „Immer hast du mir mein Buch zurück gelegt. Immer haben deine Augen aufgeblitzt, wenn ich in den Buchladen kam und immer hat mein Herz schneller geschlagen, wenn ich dich erblickte. Ich war gerührt, als ich das letzte Icha-Icha-Band gelesen hatte, als alles so aussichtslos wirkte weil ich auf Mission war, aber du hast auf mich gewartet, sowie ich nun warten werde, bis du wieder aufwachst.“, schlussfolgerte der Ninja seine Liebeserklärung an das schlafende Mädchen. Dann legte er noch sanfter als zuvor seine Lippen endlich auf die von Lafea.

Es war wie ein pulsieren, das durch Lafeas Körper ging, als sich die Lippen trafen. Selbst Kakashi merkte es, wie sich der Körper unter ihm bewegte.

Sacht zuckten die Augenlider des Mädchens, so dass Kakashi von ihr abließ und sie beobachtete. Noch immer war der Kopier-Ninja über Lafea gebeugt, als sie ganz langsam die Augen aufschlug. „K.. Ka.. Kakashi.“, krächzte sie, als sie in das helle Licht blinzelte. Sie erkannte nur eine dunkle Silhouette, doch instinktiv wusste sie, dass ihr Kakashi bei ihr war. „Ich bin bei dir.“, ertönte auch schon seine doch relativ jugendliche, warme Stimme. Ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht und in dem Moment wusste Kakashi, dass er dieses zarte Wesen unter sich über alles liebte.